Essig gilt als umweltfreundliche Alternative zum Weichspüler für die Waschmaschine. Doch ist die Zugabe wirklich ratsam? dpa/Christin Klose

Seit Generationen schwören Hausfrauen auf das Wundermittel Essig: Es löst Kalk und ist viel erschwinglicher als teure Reinigungsprodukte. So spricht nichts dagegen, etwa einen verkalkten Kessel mit verdünntem Essig zu entkalken. 

Schwierig wird es bei technischen Geräten wie beispielweise Kaffeevollautomaten und Waschmaschinen. Für die teuren Barista-Maschinen gibt es jeweils passende Entkalkungs-Produkte, die allerdings deutlich teurer sind als ein paar Löffel Essig. Doch diese schonen Gummi- und Kunststoffteile, während sich der Kalk beim Reinigungsvorgang auflöst.

Empfindliche Gummidichtungen und Kunststoffteile

Ganz ähnlich verhält es sich bei Waschmaschinen: Hier durchläuft das Wasser Gummidichtungen und Kunststoffteile. Der Essig kann diese angreifen und beschädigen. Darauf weist das Forum Waschen hin – ein Zusammenschluss von Reinigungsexperten, zu denen auch Hersteller von Waschmaschinen gehören.

Außerdem: Der Essig ist den Experten zufolge auch nicht wirkungsvoller als Wasserenthärter, denn er bindet und eliminiert nicht die im Wasser enthaltenen und kalkbildenden Calciumionen. Vielmehr könne Essig, der gleichzeitig mit Waschmittel ins Dosierfach gegeben wird, sogar die Wirkung des Mittels verringern.

Aber was ist die Alternative zu Essig?

Eine sehr naheliegende: Die üblichen Waschmittel. Sie enthalten bereits Wasserenthärter. Eine höhere Dosis davon und damit eine extra Zugabe von enthärtenden (Haus-)Mitteln sei auch nur nötig, wenn das Wasser am Ort sehr hart ist. Das Forum Waschen rät erst ab einer Wasserhärte von mehr als 30 Grad zur Zugabe eines Entkalkungsmittels.