Wer einer Militär-Kolonne auf der Straße begegnet, muss wissen, wie er sich richtig verhält. KURIER gibt Tipps. Imago/Sven Eckelkamp

In der Ukraine tobt der Krieg und auch die deutsche Bundeswehr erhöht ihre Bereitschaft. Es könnte auch zu Einschränkungen im Verkehrsbereich kommen, erklärte das Bundesministerium der Verteidigung in diesem Zusammenhang. Transportkapazitäten „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ müssten für militärische Zwecke vorgehalten werden. Aber wie reagiert man richtig, wenn man auf eine Militär-Kolonne trifft? Fragen und Antworten für Auto- und Motorradfahrer in dieser außergewöhnlichen Lage.

Woran erkennt man eine Militär-Kolonne?

In einem Merkblatt der Bundeswehr heißt es, dass die beteiligten Fahrzeuge bis auf das letzte im Verband alle eine blaue Flagge auf der Fahrerseite tragen. Das Schlusslicht fährt mit grüner Fahne. Zusätzlich kann es ein gelbes Blinklicht oder eine Warntafel tragen. Etwaiges Blaulicht darf eingeschaltet sein.

Übrigens: Auch öffentliche Hilfs- und Rettungsorganisationen hielten sich meist an die Bundeswehr-Vorschrift, erklärt der ADAC. Zwar verzichten Polizei-Konvois meist auf Flaggen, seien aber durch ihr uniformes Aussehen erkennbar.

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Was muss man bei Militär-Kolonnen beachten?

Verkehrsrechtlich gelten Fahrzeuge in einem erkennbar geschlossenen Verband als ein Fahrzeug. Sie dürfen stets zusammenbleiben, informiert der ADAC.

Konkret bedeutet dass, dass zum Beispiel alle Fahrzeuge über eine Ampel fahren dürfen, auch wenn die in der Zwischenzeit auf Rot umgeschaltet hat. Wenn es nur das erste Fahrzeug der Kolonne bei Grün geschafft hat, dürfen alle anderen hinterherfahren. Alle übrigen Verkehrsteilnehmer müssen warten, auch wenn sie vielleicht mittlerweile eine grüne Ampel haben.

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Ein anderes Beispiel: Als Auto- oder Motorradfahrer dürfen Sie sich nicht in die Kolonne „reinquetschen“ – weder im Kreisverkehr, an Zebrastreifen und Kreuzungen noch beim Einfädeln im Reißverschlussverfahren. Auch bei der Auffahrt auf die Autobahn gilt „das streng genommen“, so die Bundeswehr.

Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn 100 Meter Abstand zwischen den einzelnen Fahrzeugen liegen, könne man aber auch zügig auffahren und die Kolonne „bei nächster Gelegenheit“ wieder verlassen.

Kann man eine Militär-Kolonne überholen?

Prinzipiell ja. Je nach Länge der Kolonne und Verkehrssituation kann das aber schwierig werden. Denn auch hier gilt: Es muss in einem Rutsch überholt werden, man darf sich nicht dazwischendrängeln. Sicher gehe das nur auf Autobahnen oder anderen mehrspurigen Straßen, so die Bundeswehr.

Wie lang darf eine Militär-Kolonne sein?

Das schreibt der Gesetzgeber nicht vor. Allerdings ist klar, dass für die übrigen Verkehrsteilnehmer genügend Platz gelassen werden muss. Rettungskräfte und Hilfsdienste formieren sich ab 15 Fahrzeugen zu einer neuen Kolonne, so die Bundeswehr.