Die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sinken derzeit gewaltig.
Die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sinken derzeit gewaltig. imago images/blickwinkel

Wohnen wird immer teurer? Von wegen! Die Preis-Explosion am Immobilien-Markt scheint vorerst zu verpuffen. Wer jetzt über Wohneigentum nachdenkt, für den gibt es gute Nachrichten: In zahlreichen Städten sind die Immobilienpreise seit Jahresanfang deutlich gesunken – um bis zu 30 Prozent! Und nirgends gehen die Preise so stark zurück wie in Brandenburg.

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Die schlechte Nachricht für alle (Wahl-)Berliner vorweg: Die Hauptstadt gehört zu den wenigen Städten, in denen man für Eigentumswohnungen oder Häuser noch immer mehr zahlen muss. Hier steigen die Angebotspreise für Wohnungen seit Januar moderat um 1 Prozent, Häuser sind sogar 9,8 Prozent teurer geworden.

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Südlich von Berlin sinken Immobilien-Preise besonders stark

Die gute Nachricht ist jedoch: Wer ein bisschen raus ins Ländlichere ziehen kann und will, der bekommt Immobilien jetzt so günstig wie lange nicht. Am stärksten gefallen sind die Preise laut Immoscout24 im Brandenburger Kreis Oberspreewald-Lausitz (100 Kilometer südlich von Berlin). Von Januar bis Juli brachen die Preise für Eigentumswohnungen dort um mehr als 30 Prozent ein. Selbst in Potsdam sind die Preise um 8,3 Prozent gefallen.

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Die Onlineplattform Immoscout24 hatte die Angebotspreise von Kaufimmobilien in 312 ausgewählten deutschen Städten und Landkreisen mit mehr als 100.000 Einwohnern von Januar zu Juli 2022 untersucht. Das Ergebnis: In mehr als der Hälfte der Städte und Landkreise sanken die Angebotspreise für Eigentumswohnungen (55 Prozent). Auch bei den Einfamilienhäusern gibt es einen leichten Preisrückgang.

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Blick auf neu gebaute Eigentumswohnungen: Auf dem Berliner Immobilienmarkt stiegen die Preise zwar auch im Jahr 2022, allerdings nicht mehr ganz so drastisch wie in den Vorjahren. In den meisten anderen Städten wird Wohneigentum derzeit sogar günstiger.
Blick auf neu gebaute Eigentumswohnungen: Auf dem Berliner Immobilienmarkt stiegen die Preise zwar auch im Jahr 2022, allerdings nicht mehr ganz so drastisch wie in den Vorjahren. In den meisten anderen Städten wird Wohneigentum derzeit sogar günstiger. dpa/Lothar Ferstl

„Auf dem Immobilienmarkt ist derzeit viel Bewegung. Mit einem leichten Zeitversatz zeigt sich eine Veränderung der Immobilienpreise auf die abgeschwächte Nachfrage. Wir sehen mehr Angebote für Kaufimmobilien auf dem Markt, längere Verkaufszeiten von Immobilien und eine Verlagerung der Nachfrage in Richtung Miet-Markt“, kommentiert Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von Immoscout24, die Entwicklung der Angebotspreise.

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„Anstatt Bieterverfahren werden Nachverhandlungen über den Preis jetzt wieder zunehmen und der Kauf trotz steigender Finanzierungskosten wieder attraktiver. Genau hier kann die Hilfe eines professionellen Immobilienanbieters sehr unterstützen“, weiß der Immobilien-Profi.

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Problem beim Häuserkauf: Kredit-Kosten so hoch wie lange nicht

Ein Problem gibt es für viele Möchtegern-Eigentürmer aber trotzdem noch: Baukredite sind zuletzt extrem viel teurer geworden und werden in absehbarer Zeit weiter steigen.

Die Europäischen Zentralbank (EZB) hatte im Juli beschlossen, den Leitzins für den Euroraum von historischen null Prozent auf 0,5 Prozent anzuheben, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Folglich steigen auch die Preise für Kredite.

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Laut Interhyp sind die Zinsen für Baudarlehen mit zehnjähriger Laufzeit seit Jahresbeginn von einem Prozent auf mehr als 2,7 Prozent gestiegen. Bedeutet für Immobilien-Käufer, die auf ein Darlehen der Bank angewiesen sind, dass sie monatlich mehrere Hundert Euro draufzahlen. Das kann sich derzeit bei einer Inflation von 7,4 Prozent kaum einer leisten.

Und: Experten gehen sogar davon aus, dass Bauzinsen bis Jahresende auf 3,5 bis vier Prozent steigen. Das war’s dann wohl mit dem Traum vom Eigenheim – auch wenn die Preise möglicherweise sogar noch weiter fallen sollten. Da müsste man den Kaufpreis schon auf der hohen Kante zu liegen haben ...