Von wegen Bagatell-Delikt: Wer Verkehrsschilder beklebt, muss mit einer krassen Strafe rechnen. IMAGO / serienlicht

Wer kennt sie nicht - die hunderte Verkehrsschilder der Hauptstadt, die dank dutzender Aufkleber nicht mehr zu erkennen sind. Für Autofahrer beginnt dann oft das große Rätselraten, was hier wohl erlaubt ist und was nicht. Logos von Vereinen, politische Ansichten, bunte Bildchen – wenn es darum geht, was auf den Klebchen steht, die dort ihren neuen Verweilort finden, werden die „Schilder-Plakatierer“ in Berlin kreativ. Weniger kreativ, dafür aber ein ganz schöner Hammer, ist das Urteil, das jetzt gefällt wurde, weil einer erwischt wurde.

Für viele ist es ein vermeintlicher Dumme-Jungen-Streich: Verkehrsschilder zu bekleben, tun die meisten als Bagatell-Delikt ab. Doch das ist es ganz und gar nicht. In Zweibrücken fällte das Oberlandesgericht jetzt ein Urteil, das viele dann doch abschrecken dürfte: Ein Mann geht neun Monate in den Knast, weil er zwölf Verkehrsschilder beklebte.

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Beklebte Verkehrsschilder als Sachbeschädigung

Ihm war nachgewiesen worden, dass er in zwölf Fällen Verkehrs- und Hinweisschilder im öffentlichen Raum mit selbst angefertigten Plakaten beklebt hatte, berichtet der ADAC. Dazu hatte er einen Kleber verwendet, der nicht zu beseitigen ist. Die Schilder mussten ausgetauscht werden, es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.

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So bombensicher seine Plakate klebten, so bombensicher geht der Mann nun in den Knast. Zwar hatte er gegen das Urteil (neun Monate Gefängnis und die Einziehung von Tatmitteln) Berufung eingelegt. Doch damit kam er nicht durch. Das Gericht hatte die Berufungsentscheidung überprüft und konnte keine Rechtsfehler erkennen, die den angeklagten „Plakatkleber“ benachteiligt hätten. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Wegen Sachbeschädigung muss der Mann nun hinter Gitter. 

Übrigens: Aufkleber auf Verkehrsschildern kosten auch Berlin jedes Jahr viel Geld. Allein im Stadtteil Mitte würden - inklusive altersbedingter Auswechslungen - jährlich rund 100.000 Euro für den Austausch von Straßenschildern ausgegeben, schätzte Andreas Zierach, Bauleiter am dortigen Bezirksamt.