Im Frühjahr putzt man auch die Fenster: Der Dreck vom Winter zeigt sich insbesondere, wenn die Frühlingssonne darauf scheint.  Foto: dpa/Christin Klose

Fenster putzen, Kühlschrank auswischen und Böden wienern: In vielen Haushalten steht der Frühjahrsputz an. Ein übertriebener Feldzug gegen Dreck und Keime gefährdet jedoch die eigene Gesundheit und belastet die Umwelt. Das Umweltbundesamt und Verbraucherschützer raten deshalb von allzu viel Chemie ab. 

DAS brauchen Sie für den Frühjahrsputz

Vier Reiniger: Nach Meinung von Umweltexperten reichen vier Mittel völlig aus - Allzweckreiniger, Handspülmittel, Sanitärreiniger mit Zitronensäure und Küchenreiniger wie Scheuermilch.

Putzzeug: Spezielle Textilien aus Mikrofaser wirken wie eine feine Bürste und unterstützen die Reinigung. Grundsätzlich gilt: Kräftiges Scheuern kann einiges an Chemie einsparen. Aber auch die Putzlappen sollten häufiger gewechselt oder ausgekocht werden.

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DARAUF sollten Sie beim Frühjahrsputz verzichten

Viel Chemie: Viel Chemie heißt nicht automatisch mehr Hygiene. „Kraftvolle“ und damit vergleichsweise aggressive Reiniger wie stark saure oder alkalische Produkte können die Haut und empfindliche Oberflächen schädigen. Oft tragen sie das Zeichen „ätzend“ oder „reizend“.

Desinfektionreiniger: Sie sind nicht nötig. Daran hat auch Corona nichts geändert. Diese Mittel können die Atemwege schädigen und Allergien auslösen. Für die Umwelt können Desinfektionsmittel schädlich sein, weil sie Wasserorganismen abtöten und die Funktion von Kläranlagen stören können. Auch antibakterielle Reiniger können die Gesundheit gefährden. Solche Mittel greifen die Abwehrkräfte an und ebnen somit erst recht Krankheiten den Weg.

Spiritus und Essigsäure: Das Umweltbundesamt hält selbst solcherlei Hausmittel für nicht unproblematisch. Sie können die Innenraumluft mit flüchtigen Dämpfen belasten. Zusätzlich kann Essigsäure Chromteile etwa am Wasserhahn schädigen.

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SO schonen Sie Umwelt und Gesundheit

Siegel: Besonders empfehlenswert sind Reinigungsmittel mit dem EU-Umweltzeichen Euroblume oder mit dem Blauen Engel. Produkte mit diesen Siegeln unterliegen im Vergleich zu konventionellen Produkten strengen Auflagen bei der Verträglichkeit für Umwelt und Gesundheit, die waschaktiven Substanzen müssen biologisch abbaubar sein. Produkte mit Blauem Engel sollen darüber hinaus nachwachsende Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau verwenden und den Verpackungsabfall reduzieren.

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Zeitungspapier und Nylonstrümpfe: Gegen Schlieren und Streifen helfen etwas Essig, Spiritus, Natron oder Zitronensaft im Putzwasser. Die Scheiben sollten dann mit Zeitungspapier oder einem Tuch getrocknet werden. Ausrangierte Nylonstrümpfe entfernen auch hartnäckigen Schmutz. 

GUT ZU WISSEN: Abnehmen dank Frühjahrsputz

Verbraucherexperten rechneten vor einigen Jahren aus, dass ein Mensch mit 70 Kilogramm Körpergewicht bei zwei Stunden Frühjahrsputz immerhin rund 600 Kilokalorien verbraucht - das ist mit dem Energieverbrauch von einer Stunde Ausdauersport vergleichbar. Beim Fensterputzen werden zum Beispiel in einer Stunde im Schnitt 320 Kilokalorien verbrannt. Kommen noch eine halbe Stunde Staubsaugen und 15 Minuten Wischen hinzu, steigt der Energieverbrauch um weitere 200 Kilokalorien.