Im Winter frieren? Man kann auch anders sparen beim Heizen.
Im Winter frieren? Man kann auch anders sparen beim Heizen. Christin Klose/dpa

Wohl dem, der sich derzeit keine Gedanken um seine Heizkosten machen muss. Die breite Mehrheit – so viel steht fest – überlegt derzeit mindestens zweimal, ob man die Heizung wirklich schon anstellen muss, ob statt dem Vollbad nicht die kurze Dusche reicht und wo man sonst noch Energie sparen kann. Eine Möglichkeit: im Winter frieren. Wer das nicht will, für den haben wir hier acht Tipps, wie man Heizkosten sparen kann ohne Kälteschock.

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Thermostat richtig einstellen: Was bedeuteten die Striche am Knauf?

Klar, wer Heizkosten sparen will, sollte die Raumtemperatur im Auge haben und nicht mehr als nötig heizen. Doch dazu muss man erst mal wissen, wie man seine Heizung richtig einstellt.

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Am Thermostat, dem Drehknauf an der Heizung, kann man nämlich die gewünschte Raumtemperatur einstellen. Stufe 1 entspricht etwa einer Temperatur von 12 Grad. Der Abstand zwischen einer Stufe beträgt dabei etwa 4 Grad, die kleinen Striche dazwischen markieren jeweils ein Grad. Stufe 5 entspricht also bereits etwa 28 Grad.

Tipp: Jedes Grad weniger senkt Ihren Verbrauch um etwa sechs Prozent.

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Heizung entlüften, um Energie zu sparen: So einfach geht’s

Unnötig Energie verplempert man auch, wenn die Heizungen nicht richtig funktionieren. Gibt es Gluckergeräusche? Dann ist es definitiv Zeit, die Heizung zu entlüften. Das sollte man zu Beginn der Heizperiode im Hebst sowieso einmal machen, damit die Heizungen voll leistungsfähig sind.

Und so geht’s: Mit einem Entlüfterschlüssel können Sie ganz einfach selbst die Luft aus dem heißen Heizkörper rauslassen. Bevor Sie ein Entlüftungsventil öffnen, stellen Sie einen kleinen Behälter darunter, mit dem Sie austretendes Wasser auffangen können, und legen Sie einen Lappen bereit. Drehen Sie das Thermostatventil nun vollständig auf (meist Stufe 5) und lassen Sie den Heizkörper warm werden. Dann öffnen Sie kurz das Entlüftungsventil, bis die Luft entwichen ist und nur noch heißes Wasser herauskommt. Danach das Ventil wieder fest verschließen. Jetzt können Sie das Thermostat wieder herunterdrehen.

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Zum Entlüften der Heizung wird das Ventil mit einem Vierkantschlüssel aufgedreht.
Zum Entlüften der Heizung wird das Ventil mit einem Vierkantschlüssel aufgedreht. Christin Klose/dpa

Richtiges Lüften spart Heizkosten

Richtig viel Energie lässt sich sparen, wenn man richtig lüftet. Wer nämlich den ganzen Tag die Fenster auf Kippstellung öffnet, um frische Luft zu bekommen, heizt im wahrsten Sinne zum Fenster hinaus.

Besser: Stoßlüften – gern mehrmals täglich. Dazu die Fenster weit öffnen. So wird schnell viel Luft ausgetauscht, ohne dass die Wände innen auskühlen. Folglich braucht es danach auch weniger Energie, das Zimmer wieder auf Temperatur zu bringen.

Tipp: Noch schneller und sparsamer geht der Luftaustausch übrigens vonstatten, wenn gegenüberliegende Fenster oder Türen gleichzeitig geöffnet werden, also Durchzug entsteht.

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Keine Möbel und Vorhänge vor den Heizkörpern

Zugegeben, optische Highlights sind Heizungen eher nicht. Trotzdem sollte man sie nicht verstecken. Möbel und Vorhänge gehören auf keinen Fall vor die Heizkörper, wenn man Energie sparen will. Andernfalls staut sich die Wärme und wird nicht gleichmäßig an den Raum abgegeben.

Tipp: Auch Flusen und Staub können die Wärmeabgabe mindern.

Die Wand hinter einem Heizkörper lässt sich mit Dämmstoffplatten isolieren – und so geht weniger Heizwärme verloren.
Die Wand hinter einem Heizkörper lässt sich mit Dämmstoffplatten isolieren – und so geht weniger Heizwärme verloren. Christin Klose/dpa

Heizung herunterdrehen, wenn niemand zu Hause ist

Die Heizung voll aufdrehen, damit es schneller warm wird, macht keinen Sinn. Sie etwas herunterzudrehen, wenn niemand zu Hause ist, dagegen schon, meint die Verbraucherzentrale. „Wenn niemand zu Hause ist, muss es dort auch nicht wohlig warm sein. Ein Absenken der Temperatur bei Abwesenheit spart Energie.“

Tipp: Statt alle Heizkörper einzeln zu bedienen, kann man programmierbare oder vernetzte Thermostate installieren. Das ist auch in Mietwohnungen erlaubt.

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Heizungskörpernischen dämmen spart Kosten

Ebenfalls selbst nachrüsten können Sie in Sachen Dämmung. „Besonders in Gebäuden aus den 1960er und 70er Jahren sind Heizkörpernischen in Außenwänden sehr häufig anzutreffen und noch nicht gedämmt“, erklärt die Verbraucherzentrale. Dann ist der Wärmeverlust besonders hoch, Sie schmeißen Geld zum Fenster raus.

Abhilfe schaffen Hochleistungsdämmstoffe wie Polyurethanplatten oder Aerogelmatten. Die Dämmung aus dem Baumarkt sollte an allen Seiten luftdicht mit der Wand verbunden sein, damit sich kein Schimmel bildet. Für weitere Einsparungen ist es gut, wenn auf der Dämmung eine Aluminium-Kaschierung angebracht ist. Sie reflektiert die Wärmestrahlung zur Raumseite hin.

Heizungsrohre dämmen, um Heizkosten zu sparen

Apropos Dämmung: Auch die Heizungsrohre sollten natürlich gut gedämmt sein, damit die Wärme nicht schon auf dem Weg vom Keller in Ihre Wohnräume verloren geht. Pro Meter Rohr lassen sich bis zu 20 Euro im Jahr sparen – es lohnt sich also auch bei wenigen Metern. Die Dämmung macht sich bereits in weniger als einem Jahr bezahlt!

Fenster und Türen abdichten

Es zieht bei Ihnen in der Wohnung? Dann sollten Sie zügig die Fenster und Türen abdichten. „Bei Fenstern reicht es meistens schon, die Dichtung zu erneuern oder die Fensterflügel zu justieren“, heißt es bei der Verbraucherzentrale. Bei Türen mit offenem Schlitz kann man einen sogenannten Kältefeind einbauen.