Eine Frau sitzt mit ihrem Tablet-Computer in ihrem Wohnzimmer und schaut sich die „Black Friday“-Angebote auf einer Online-Shopping-Seite an. dpa/Mohssen Assanimoghaddam

Die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland will einer Umfrage zufolge am Rabatttag Black Friday auf Schnäppchenjagd gehen. Ganz oben auf dem Einkaufszettel stehen dabei trotz aktueller Lieferprobleme Unterhaltungselektronik, Kleidung und Modeaccessoires

Wenn zum „Black Friday“ überall rote Rabattzeichen blinken, geraten wir schnell in Versuchung. Und ehe wir uns versehen, haben wir das Produkt gekauft. „Unser Gehirn befiehlt uns ganz automatisch, zu kaufen. Wer sich diesem Automatismus nicht bewusst ist und ihn nicht hinterfragt, kauft“, erklärt Susanne Krehl, Gründerin der Spar-App Fabit. Damit Sie nicht in den Kaufrausch geraten und beim „Black Friday“ und „Cyber Monday“ wirklich sparen, haben wir neun Tipps, worauf Sie achten sollten.

Tipp Nr. 1: Einkaufsliste für den „Black Friday“ erstellen

Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken darüber, was Sie wirklich benötigen, und schreiben Sie sich die Produkte auf. Zum einen setzen Sie damit einen klaren Fokus und sind weniger anfällig für andere Angebote. Zum anderen können Sie so gezielt nach einzelnen Produkten suchen und verschwenden keine Zeit, überflüssige Angebotsseiten durchzuscrollen.

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Tipp Nr. 2: Impulskäufe am „Black Friday“ vermeiden

Indem Sie sich schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht haben, was Sie kaufen möchten und Ihre absoluten Must-haves direkt in einer Liste oder sogar im Warenkorb gespeichert haben, beugen Sie Impuls- und Spontankäufen vor. Fehlkäufe, die Sie eigentlich gar nicht brauchen, tätigen Sie eher nicht. Denn nur weil etwas reduziert ist, heißt es noch lange nicht, dass Sie es auch kaufen sollten.

„Kaufen wir ein reduziertes Produkt, wird unser Belohnungszentrum aktiviert und unser Hirn schüttet Glückshormone aus. Mit dem Resultat, dass wir uns gut fühlen“, erklärt Susanne Krehl. Das Problem: „Dabei spielt es keine Rolle, um was für ein Schnäppchen es sich handelt oder ob wir wirklich etwas dabei gespart haben.“

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Tipp Nr. 3: Preise auch am „Black Friday“ vergleichen

Auch wenn die Prozente steigen und man meint, schon den niedrigsten Preis gefunden zu haben: Ein Preisvergleich kann sich noch mal lohnen. Das liegt unter anderem auch an den zusätzlichen Leistungen. Denn während bei dem einen Händler die Versandkosten erst ab einem bestimmten Mindestbestellwert wegfallen, ist der Versand bei einem anderen vielleicht generell kostenlos.

Tipp Nr. 4: Nicht aus der Ruhe bringen lassen

Auch wenn viele Händler mit exklusiven Rabatten locken, sollten Sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Rabatte gibt es schließlich das ganze Jahr. Auf Preisvergleichsplattformen finden Sie immer das günstigste Angebot – nicht nur am „Black Friday“. Außerdem gilt: Wer echte Schnäppchen machen möchte, sollte sich nicht auf den „Black Friday“ versteifen, sondern die Preise der Wunschprodukte über einen längeren Zeitraum beobachten.

Tipp Nr. 5: Sei skeptisch bei zu guten Schnäppchen am „Black Friday“

Das neue iPhone für gerade einmal 100 Euro? 90 Prozent Rabatt? Was zu schön ist, um wahr zu sein, ist meistens auch nicht wahr. Besonders günstige Preise locken zum schnellen Kauf, aber gerade am „Black Friday“ sollten Sie beim Onlineshopping besonders vorsichtig sein. Wenn Sie in einem bisher unbekannten Onlineshop bestellen wollen, sollten Sie unbedingt vorher die Seriosität des Shops prüfen.

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Denn die Kaufwilligkeit im Rahmen des „Black Fridays“ lockt immer wieder auch Betrüger an. Achten Sie bei Onlinebestellungen unbedingt auf Gütesiegel wie „Trusted Shops“ und auf Pflichtangaben wie das Impressum, die AGB oder die Widerrufsbelehrung. Ist im Impressum oder bei den Kontaktdaten keine Telefonnummer angegeben, sollten schon die ersten Alarmglocken läuten. Besteht der Händler zudem auf Zahlung per Vorkasse und bietet sonst keine weiteren Zahlungsmöglichkeiten an, spricht auch das für einen Betrug.

Tipp Nr. 6: Flexibel bleiben

Viele Produkte gibt es beispielsweise in unterschiedlichen Farbvarianten. Wenn Sie bei solchen Dingen flexibel sind, erhöhen sich die Chancen auf ein Schnäppchen. Denn oft ist eine Variante desselben Produkts günstiger als eine andere.

Auch Modelle aus dem letzten Jahr sind am „Black Friday“ in der Regel stärker reduziert als erst vor kurzem erschienene Produkte. Wenn Sie also nicht unbedingt das Neueste vom Neuen haben wollen, haben Sie bessere Chancen, ein „Black Friday“-Schnäppchen zu landen.

Am „Black Friday“ kann man viel sparen – oder viel zu viel Geld ausgeben … dpa/Mohssen Assanimoghaddam

Tipp Nr. 7: Auf versteckte Kosten bei „Black Friday“-Angeboten achten

Achten Sie bei Bestellungen im Internet darauf, wie teuer der Versand ist. Vor allem größere Produkte wie etwa Fernseher enthalten oft diese versteckten Kosten, die scheinbare Preisvorteile relativieren können.

Tipp Nr. 8: Rabatte kombinieren

Haben Sie ein Produkt gefunden, das für Sie von Interesse ist, können Sie auf Portalen wie Gutscheinsammler.de nach Rabattcodes suchen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, auf Portalen für Cashback-Angebote wie Shoop, Getmore oder iGraal zu suchen. Gelegentlich lassen sich so mehrere Rabattvorteile kombinieren.

Tipp Nr. 9: Sichere Zahlungsmethoden nutzen

Die Verbraucherzentrale rät von Käufen per Vorkasse oder Direktüberweisung dringend ab. Dahinter können sich Fake-Angebote verbergen. Gerade bei unübersichtlichen Rabattschlachten gesellen sich solche Schwindler gerne dazu. Als sicher gelten PayPal, Kreditkarte, Rechnung oder Lastschrift. Sollten Sie trotzdem eine Lieferung nicht erhalten, können Sie so den Zahlungen widersprechen oder den Käuferschutz einschalten.

Außerdem: Eine verschlüsselte Internetverbindung ist der sicherste Weg, eine Zahlung online abzuwickeln. Das können Sie am verschlossenen Bügelschloss in Ihrem Browser links oben erkennen – oder am Beginn der URL mit „https://“.