Silica-Gel-Tütchen: Statt sie achtlos zu entsorgen, kann man die kleinen Wunderwaffen gegen Feuchtigkeit im Alltag richtig gut gebrauchen. IMAGO / agefotostock

Jeder kennt sie, die kleinen Tütchen mit der Aufschrift Silica-Gel, die in vielen Verpackungen für beispielsweise Schuhe, Elektrogeräte und Co. versteckt sind. Wer sie in die Hand bekommt, verfrachtet die kleinen Tütchen meist direkt in den Müll. Aus Sorge, sie könnten giftig sein oder weil man einfach nicht weiß, was man damit machen soll. Dabei ist das Silica-Gel viel zu schade für die Tonne. KURIER verrät Ihnen, was Sie drüber wissen sollten. Wetten, Sie legen sich künftig einen kleinen Vorrat an?

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Was ist Silica-Gel eigentlich?

Silica Gel, auch Kieselgel genannt, ist ein farbloses, amorphes Siliciumdioxid von gelartiger, gummiartiger bis fester Konsistenz. Es besitzt eine große innere Oberfläche und ist damit in der Lage, besonders viel Flüssigkeit zu binden. Mit Kieselgel gefüllte kleine Papiertütchen oder Kissen liegen deshalb vielen feuchtigkeitsempfindlichen Warensendungen bei, um deren Inhalt beim Versand trocken zu halten und die Bildung von Kondensationsfeuchtigkeit zu verhindern.

Ist Silica-Gel giftig?

Viele Eltern geraten in Panik, wenn das (Klein)Kind sich am Silica-Gel zu schaffen macht, das in der Verpackung vom neusten Teddybären mit drin gesteckt hat. Vorsicht ist gut. Aber wirklich giftig ist das reine Kieselgel nicht. Lediglich ein Variante, das sogenannte Blaugel, ist giftig. Es ist mit dem krebserregenden Cobaltdichlorid versetzt ist, wird aber in Europa kaum noch verwendet.

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Was sollte man mit Silica-Gel tun, wenn man seine eigentliche Ware aus dem Paket genommen hat?

Auf den kleinen Tütchen steht meist „Throw away“, also „Wegschmeißen“. Stopp! Dafür ist das Silica-Gel viel zu schade. Denn seine nützlichen Eigenschaften kann man sich auch im Haushalt wunderbar zu Nutze machen. Hier kommen die Top 5 der sinnvollsten Wiederverwendungs-Möglichkeiten:

Wir sagen Ihnen, was Sie mit Silica-Gel alles retten können. IMAGO / agefotostock

Silica-Gel nutzen, um Schuhe trocknen

Vergessen Sie alte Zeitungen, um Schuhe schnell zu trocknen. Da vor allem Lederschuhe empfindlich sind und weder Föhn noch Heizung gut vertragen, sind einige Beutel Silica-Gel eine echte Wunderwaffe: Legen Sie so viele Beutel, wie Sie haben, in die Schuhe, um ihnen schonend Feuchtigkeit zu entziehen.

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Silica-Gel nutzen, um unangenehme Gerüche binden

Vor allem in viel genutzten Gepäckstücken wie etwa Sporttaschen bildet sich schnell ein unangenehmer Mief. Der Grund: Der feuchte Schweiß der Klamotten zieht in die Tasche, noch bevor sie geleert wird. Hier schaffen einige Beutel Silica-Gel Abhilfe. Sie verhindern, dass der feuchte Mief sich in der Trainingstasche breit macht.

Silica-Gel nutzen, um empfindliche Dokumente und Fotos schützen

Das Fotoalbum mit den liebsten Erinnerungen, wichtige Zeugnisse oder Urkunden – all das sollte man vor Feuchtigkeit schützen. Womit? Natürlich mit den kleinen Beuteln Silica-Gel. Geben Sie entweder einige Beutel in die Schachtel oder Schublade, in der Sie das aufbewahren, was sie schützen wollen.

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Silica-Gel nutzen, um das Handy zu retten

Das Handy ist feucht geworden? Was für ein Drama. Um es zu retten, stecken Sie es in ein Glas, das Sie zuvor mit Silica-Gel gefüllt haben. Das saugt die Nässe deutlich besser aus dem Gerät als beispielsweise Reis. Auch auf Reisen in Gebiete mit tropischer Luftfeuchtigkeit kann ein Gefrierbeutel mit Silica-Gel hilfreich sein, um empfindliche Geräte zu schützen.

Silica-Gel nutzen, um eisernes Werkzeug schützen

Um Werkzeug vor Rost zu bewahren, tut Silica-Gel gute Dienste. Das Problem: Besonders in Garage und Keller, wo Werkzeuge oft aufbewahrt werden, sind sie nicht so gut gegen Feuchtigkeit geschützt. Früher oder später bildet sich dann Rost. Was hilft? Einige Tütchen Silica-Gel mit in die Werkzeugkiste zu geben. Die saugen die Feuchtigkeit auf.