Nicht immer kommen Weihnachtsgeschenke beim Beschenkten gut an. Kann man sie dann umtauschen?
Nicht immer kommen Weihnachtsgeschenke beim Beschenkten gut an. Kann man sie dann umtauschen? Imago/MiS

Weihnachten ist das Fest der Liebe, des guten Essens und der Geschenke! Zu keiner anderen Zeit im Jahr geben gleichzeitig so viele Menschen so viel Geld aus, um ihren Liebsten eine Freude zu machen, wie rund um den Heiligen Abend. Aber was, wenn es statt der großen Freude unter dem Weihnachtsbaum dann die große Enttäuschung gibt? Sollte ich den Schenkenden sagen, wenn ich mit einem Geschenk so gar nichts anfangen kann? Kann ich Geschenke prinzipiell umtauschen? Und wie lassen sich Enttäuschungen im nächsten Jahr vielleicht vermeiden? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

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Sollte ich ehrlich sagen, wenn mir ein Geschenk nicht gefällt?

Auf jeden Fall. Vor allem dann, wenn mir der Schenkende wichtig ist! „Grundsätzlich halte ich Ehrlichkeit für die beste Strategie. Es ist für die Beziehungen zu nahestehenden Menschen sicherlich immer noch besser, vielleicht auch eine kleine Kränkung auszulösen, als so zu tun, als würde man sich freuen – und die Enttäuschung mit sich herumzuschleppen. Denn das verfolgt einen weiter“, erklärt Psychologe Matthias Richter, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF).

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Wie sage ich am besten, dass mir das Geschenk nicht gefällt, ohne den anderen zu kränken?

Denken Sie zunächst daran, dass es wohl jedem schon einmal passiert ist, dass das Geschenkte nicht so richtig gefällt. Das ist menschlich und gehört zum Schenken dazu. „Meine Empfehlung wäre, erst mal zu schauen: Was an dem Geschenk kann ich denn würdigen, auch wenn es mir vielleicht nicht so gefällt? Also die gute Absicht etwa, die Mühe, die sich jemand gemacht hat. Und dann damit zu beginnen und nicht kategorisch zu sagen: Das ist überhaupt nichts“, rät Psychologe Matthias Richter.

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„Dann kann man hinzufügen, was mir an dem Geschenk nicht gefällt, und auch gemeinsam einen Ausweg finden. Bei gekauften Sachen gibt es ja vielleicht auch noch eine Umtauschmöglichkeit.“

Übrigens: Das etwas mit viel Liebe selbstgemacht ist, sollte Sie nicht davon abhalten, ehrlich zu sein. Gerade, wenn Handarbeit viel Mühe macht, wäre es doch schade, wenn etwa der selbstgestrickte Pullover bei Ihnen nur im Schrank vergammelt. Vielleicht gibt es jemand anderen, der das gute Stück wirklich lieben würde.

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Gibt es Ausnahmen? Wann verschweige ich besser, dass mir ein Weihnachtsgeschenk nicht gefällt?

Ja, es gibt zwei Ausnahmen, bei denen man besser für sich behält, dass das Geschenk nicht den eigenen Geschmack trifft: bei Menschen, die noch nicht oder nicht mehr in der Lage sind, mit einer solchen Enttäuschung zurechtzukommen. „Da denke ich insbesondere an Kinder, die vielleicht ein Bild gemalt haben oder etwas gebastelt haben, mit dem man nichts anfangen kann. Oder an alte Menschen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes oder ihres Erinnerungsvermögens so eine Situation nicht mehr gut verarbeiten können“, erklärt der Experte.

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Weihnachtsgeschenke sollen eigentlich für leuchtende Augen sorgen. Aber manchmal gibt es auch Enttäuschungen. Dann lieber ehrlich sein, rät ein Experte.
Weihnachtsgeschenke sollen eigentlich für leuchtende Augen sorgen. Aber manchmal gibt es auch Enttäuschungen. Dann lieber ehrlich sein, rät ein Experte. Imago/Shotshop

Kann man Weihnachtsgeschenke grundsätzlich umtauschen?

Wer im Laden um die Ecke kauft, hat kein grundsätzliches Recht, Waren umzutauschen oder zurückzugeben. Viele Händler räumen Kundinnen und Kunden aber freiwillig ein Recht zur Rückgabe oder zum Umtausch ein. Dafür sollte man Kassenbon und Originalverpackung griffbereit halten.

Bedenken sollte man: Reduzierte oder individuell hergestellte Waren sind regelmäßig von Umtausch oder Rückgabe ausgeschlossen.

Wer hingegen online bestellt, hat grundsätzlich ein 14-tätiges Widerrufsrecht. Häufig räumen Online-Händler das Umtauschrecht aber auch länger als 14 Tage ein. Finden sich im Online-Shop selbst keine Infos, nimmt man am besten Kontakt zum Händler auf, rät die Verbraucherzentrale.

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Kann man für einen geschenkten Gutschein das Geld wiederbekommen?

Ein Kochkurs oder ein Tag im Spa: Gutscheine sind beliebt. Doch sind die Beschenkten mit dem Gutschein nicht zufrieden, ist ein Umtausch beim Händler meist nicht möglich. Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Rücktausch gegen Bargeld gibt es laut Deutschem Anwaltverein (DAV) nicht. Zudem gibt es keinen Rechtsanspruch auf die Auszahlung des Restbetrages.

Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn jemand sein Geschenk nicht einlösen kann, weil sich der Gutschein auf eine bestimmte Ware oder Dienstleistung bezieht, die gerade nicht mehr erhältlich ist. Dann ist die Erfüllung des ursprünglich geschlossenen Vertrags nicht mehr möglich.

Wie lassen sich Enttäuschungen über Geschenke im nächsten Jahr vermeiden?

Es gibt Strategien, wie sich Enttäuschungen bei Geschenken weitgehend vermeiden lassen. Die einen schwören auf ihre Handy-Notizen. Sie hören im Laufe des Jahres ihren Liebsten einfach ganz genau zu. Wenn diese dann sagen, dass sie sich etwas angeschaut haben und es toll fanden, ist das doch eine prime Geschenkidee fürs nächste Fest.

Andere schenken sich einfach gar nichts. Die schönsten Geschenke liegen eh nicht unterm Baum, sondern sitzen mit einem an der Festtafel.

Wenn man beschließt sich etwas zu schenken, kann man vorher besprechen, in welche Richtung das Geschenk gehen könnte. Dann grenzt man das so ein bisschen ein und überlässt es nicht völlig der Fantasie der schenkenden Person. Das wären Maßnahmen, um Enttäuschungen zu reduzieren.

„Es gibt aber natürlich auch Familien, die schätzen genau diese Überraschung. Da geht es darum, dass man sich Gedanken macht, was man der betreffenden Person schenken könnte. Dann sollte man aber auch damit rechnen, dass mal ein Treffer danebengeht. Hat man das vorher abgesprochen, ist das ja auch nicht weiter schlimm“, meint Psychologe Matthias Richter.