Wie lagert man Böller und Raketen richtig? Feuerwerkskörper sollten immer sicher verpackt sein, kühl und trocken untergebracht werden.
Wie lagert man Böller und Raketen richtig? Feuerwerkskörper sollten immer sicher verpackt sein, kühl und trocken untergebracht werden. dpa/Marijan Murat

Nicht nur in Berlin wurde geböllert, sondern in ganz Deutschland kauften die Menschen vor Silvester die Supermärkte leer, holten sich Raketen, Knaller und Fontänen. Dass das nicht nur ein Gefühl ist, bestätigt inzwischen der Feuerwerks-Hersteller WECO, der seine Produkte in mehreren Discountern anbietet: Das Jahr 2022 war für den Pyro-Hersteller ein sehr starkes Verkaufsjahr. Aber: Was passiert, wenn am Ende der Silvesternacht Reste bleiben? Wie geht Feuerwerk lagern richtig? Was ist erlaubt?

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„Nachholeffekte in Teilen der Bevölkerung haben dazu geführt, dass wir in Deutschland ein außerordentlich gutes Verkaufsjahr haben“, sagte ein Sprecher der größten deutschen Feuerwerksfirma in Eitorf östlich von Bonn. „Wir hätten uns schon gefreut, wenn wir das Vorkrisenniveau zumindest erreichen - nun haben wir es bisherigen Zahlen zufolge aber deutlich übertroffen.“ Man merkte es schon am ersten Verkaufstag, dem 29. Dezember: Kurz nach er Öffnung waren Pyro-Artikel in vielen Supermärkten und Discountern vergriffen.

Böller, Raketen, Batterien: Wie lagert man Feuerwerks-Reste richtig?

Doch manchmal geht es ganz schnell: Der Wind ist zu stark, der Pyro-Fan wird krank – oder das Essen schmeckt so gut und die Party ist so nett, dass keine Zeit für zu lange Böller-Runden ist. Und am Ende der rauschenden Silvesternacht bleiben Böller und Raketen liegen. Wie lagert man sie richtig? Grundsätzlich ist Feuerwerk lagern kein Problem, allerdings legt das Sprengstoffgesetz bestimmte Mengen fest, die eingehalten werden müssen.

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Aufgeteilt sind die Regelungen zum Feuerwerk lagern nach Lagergruppen – in welche Lagergruppe das Feuerwerk fällt, lässt sich anhand der CE- oder der BAM-Nummer feststellen. Die meisten Silvesterprodukte fallen in den Bereich 1.4G – etwa Batterien, Raketen und Verbundfeuerwerk. Wichtig für die Lagerung ist die „NEM“, die Netto-Explosivmasse. Die ist auf jedem Feuerwerksprodukt grammgenau angegeben.

Vor Silvester war der Ansturm auf die Feuerwerks-Läden groß - in einigen deutschen Kellern werden sicherlich noch Reste schlummern.
Vor Silvester war der Ansturm auf die Feuerwerks-Läden groß - in einigen deutschen Kellern werden sicherlich noch Reste schlummern. dpa/Marijan Murat

Aus der Lagergruppe 1.4G dürfen in bewohnten Räumen Artikel mit insgesamt 1 Kilogramm NEM aufbewahrt werden. In unbewohnten Räumen (also beispielsweise in Kellern) darf man 10 Kilogramm NEM und in Gebäuden ohne Wohnraum sogar 15 Kilogramm NEM Feuerwerk lagern. Ebenso ist es bei Artikeln der Lagergruppe 1.4S – darunter fallen Produkte, von denen eine noch geringere Gefahr ausgeht, beispielsweise Böller, Jugendfeuerwerk und Wunderkerzen.

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Anders ist es bei Gefahrgut-Produkten der Lagergruppe 1.3G – darunter fallen etwa Salutartikel. Diese dürfen nicht in bewohnten Räumen gelagert werden, in unbewohnten Räumen sind 3 Kilogramm NEM zulässig, in Gebäuden ohne Wohnraum 5 Kilogramm NEM. Aber Vorsicht: Es gilt beim Feuerwerk lagern immer die höchste Lagergruppe – ist also nur ein Produkt der Kategorie 1.3G enthalten, darf nur eine NEM gelagert werden, die dieser Kategorie entspricht, auch wenn die anderen Artikel zu einer anderen Lagergruppe gehören.

Wichtige Tipps: So lagern Sie Böller und Raketen von Silvester richtig

Und wie bewahrt man Feuerwerk richtig auf? Raketen und Böller sollten auf jeden Fall in ihrer originalen Verpackung bleiben, damit die Zündschnüre geschützt sind. Batterien sollten immer aufrecht stehend gelagert werden, damit beim späteren Verwenden keine Unfälle passieren, weil im Inneren etwa die einzelnen Feuerwerksbombetten verrutscht sind. Dass Feuerwerkskörper nicht in die Nähe von Heizungen gehören und trocken gelagert werden sollte, versteht sich von selbst – genau wie die Tatsache, dass Kinder keinen Zugriff haben sollten.