Die günstigste 250-Gramm-Packung Butter kostet derzeit rund 3 Euro.
Die günstigste 250-Gramm-Packung Butter kostet derzeit rund 3 Euro. David Ebener/dpa

3500 Euro zahlt eine vierköpfige Familie bereits in diesem Jahr mehr – wegen der Inflation. Da sind die hohen Nebenkosten, die erst mit der Nachzahlung in der ersten Jahreshälfte 2023 ins Haus flattern dürften, noch nicht einmal eingerechnet. Allein um rund 20 Prozent sind Lebensmittel teurer geworden. Kann man sich jetzt nicht mehr gesund ernähren? Doch, meinen die Experten der Verbraucherzentrale NRW und geben Tipps für den Einkauf. „Eine gesunde Ernährung ist trotzdem möglich“, sagt Bernhard Burdick, Lebensmittelexperte und Leiter der Gruppe Markt und Konsum. Darauf sollte man achten:

Preisfallen bei Gemüse erkennen: Tipps für günstige Gelegenheiten

Besonders stiegen im Frühjahr die Preise für frische Tomaten und Gurken. Tomaten waren im April 39,4 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Wer sparsam einkaufen muss, sollte hier die Kilopreise vergleichen.

Lesen Sie auch: Inflationshorror: Vierköpfige Familie zahlt schon dieses Jahr 3500 Euro mehr >>

Auch die Herkunft und die Jahreszeit spielen eine wichtige Rolle. Gemüse, das Saison hat und in der Region wächst, ist in der Regel günstiger zu haben, weil es nicht weit transportiert und aufwendig gekühlt werden muss. Derzeit sind zum Beispiel Fenchel, Erbsen, Blumenkohl, Porree, Spinat sowie verschiedene Kohl- und Salatsorten günstig, in Kürze auch Kartoffeln, Kohlrabi, Möhren und Zucchini aus Deutschland.

Schnäppchen machen kann man auf Wochenmärkten häufig gegen Ende der Verkaufszeit. Und wer saisonales Freilandgemüse kauft statt Tomaten und Gurken aus dem Gewächshaus, hilft auch der Umwelt: Freilandgemüse verursacht beim Anbau bis zu 30-mal weniger klimaschädliche Gase als Produkte aus beheizten Gewächshäusern.

Lesen Sie auch: Bis zu 80.000 Euro in Teilzeit? Fünf Jobs, die trotz 30-Stunden-Woche richtig viel Geld bringen >>

Fleisch am besten pflanzlich ersetzen

Stark gestiegen sind die Preise unter anderem bei Rindfleisch und Hack. Die Verbraucherzentrale NRW rät, bei Bedarf den Anteil von Fleisch, Wurst und Fisch vor allem durch pflanzliche Lebensmitteln zu ersetzen. Empfehlenswert sind Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Kichererbsen, Sojabohnen und Lupinen. Denn sie sind wertvolle Quellen für Eiweiß, Eisen, B-Vitamine und Ballaststoffe und zudem günstig.

Fleisch-Ersatzprodukte sind nicht die erste Wahl, denn sie enthalten teils viele Zusatzstoffe und sind bei höherer Verarbeitung teurer. Reis, Couscous, Bulgur oder auch Nudeln liefern Kohlenhydrate und somit Energie und sind besonders wertvoll als Vollkornvariante. Denn dann sind sie reich an Mineralstoffen, Vitaminen, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren.

Lesen Sie auch: 979 Euro im Jahr sparen – ohne Verzicht! Mit diesen zehn alltagstauglichen Tricks gelingt es auch Ihnen >>

Deutsche Verbraucher und Unternehmen müssen sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts auf weitere Preiserhöhungen einstellen.
Deutsche Verbraucher und Unternehmen müssen sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts auf weitere Preiserhöhungen einstellen. Jens Kalaene/dpa

Planvoll einkaufen und selbst kochen

Ein Wochenplan für den Einkauf spart Geld. Wird nur das eingekauft, was auch benötigt und tatsächlich verwendet wird, muss deutlich weniger weggeworfen werden, und das ist besser, als auf Mahlzeiten zu verzichten.

Ebenso ist es sinnvoll, Mahlzeiten selbst zuzubereiten und verhältnismäßig teure Fertiggerichte, Lieferdienste oder To-go-Käufe wie kleine Fertig-Snacks für Schule oder Arbeit einzuschränken. Dann hat man auch selbst in der Hand, was auf dem Teller ist. Wer sich eine Brotzeit schmiert und den Kaffee im eigenen Thermobecher mitnimmt, kann damit Geld sparen und Abfall vermeiden.

Lesen Sie auch: Finger weg vom Eigenheim – vor allem in Berlin! Wer jetzt ein Haus kauft, ist selber schuld! >>

Ausweg aus dem Butter-„Preis-Schock“

Die Butterpreise haben seit März deutlich angezogen und liegen derzeit teilweise bei mehr als drei Euro pro 250 Gramm Butter für ein Stücke der Eigenmarke. Die gute Nachricht ist aber: Für eine gesunde Ernährung ist Butter nicht vorrangig, denn sie enthält als tierisches Lebensmittel viele gesättigte Fettsäuren.

Gesünder sind ungesättigte Fettsäuren. Diese findet man in Pflanzenölen wie zum Beispiel Olivenöl, Leinöl oder Sojaöl und auch in bestimmten Margarine-Sorten. Hier kann man die konkreten Nährwerte und Fettsäuren auf den Verpackungen und natürlich die Preise vergleichen. Ein möglicher Butter-Ersatz fürs Brot sind auch Frischkäse, Quark, Senf oder Nuss-Öle.