Weizenmehl und Öl sind im Moment in vielen Geschäften nicht zu bekommen. IMAGO/Rene Traut

Die Regale für Speiseöle sind im Supermarkt derzeit fast überall leer. Mehr wird rationiert. Der Bäcker um die Ecke macht das Brot um einiges teurer. Und mit jedem Einkauf schrumpft das Vermögen im Portemonnaie viel stärker, als wir es gewohnt sind. Schuld ist der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Stimmt das wirklich? Droht uns in Deutschland eine Nahrungsmittelknappheit? Experten der Verbraucherzentrale verraten, warum die Preise für Lebensmittel wirklich steigen.

Lesen Sie auch: Zucchini, Spargel und Co. richtig einfrieren: DARUM ist der Trend so genial und SO geht es richtig >>

Sind Speiseöle wegen des Krieges wirklich knapp?

Die Ukraine und Russland bauen mehr als drei Viertel der weltweiten Sonnenblumen an – die Ukraine allein rund die Hälfte. Wegen des Krieges und aufgrund von Hamsterkäufen gibt es daher kurzfristig Lieferengpässe bei Sonnenblumenöl, aber auch bei Rapsöl.

Lesen Sie auch: Omas Käsekuchen ohne Boden – ein Rezept mit Tradition und ganz viel Liebe >>

Allerdings ist es problemlos möglich, auf andere Speiseöle zurückzugreifen wie etwa Olivenöl. Es gibt ein großes Angebot aus anderen EU-Staaten, Kanada oder den USA, und Deutschland ist eines der Hauptanbauländer für Raps in der EU.

Insgesamt sind allenfalls kurzfristig Engpässe zu erwarten. Die Verbraucherzentrale NRW rät dringend von Hamsterkäufen ab, denn sie erzeugen künstliche Engpässe, die wiederum die Preise nach oben treiben.

Lesen Sie auch: Es geht um mehr als 1000 Euro! Mit diesen Tricks zur Steuererklärung holen Sie sich Ihr Geld zurück >>

Wie steht es um Mehl und Brot?

Die Ukraine und Russland sind normalerweise wichtige Weizenproduzenten. Die Preise von Mehl, Brot und Backwaren sind aufgrund des Krieges gegen die Ukraine bereits gestiegen und können noch weiter steigen, weil die deutschen Getreidepreise sich am Weltmarkt orientieren.

Ein Mangel droht bei uns aber nicht. Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Getreideproduzent in der Europäischen Union und importiert kein Brotgetreide. Auch beim Mehl sind also keine Hamsterkäufe angebracht. Problematisch wird es vor allem für Länder, die sonst viel Weizen aus der Ukraine und Russland importieren. Die Vereinten Nationen warnen deshalb vor Hungersnöten in vielen Ländern Afrikas.

Brot vom Bäcker wird immer teurer. IMAGO / Addictive Stock

Was gilt bei Kartoffeln?

Deutschland gehört mit Polen, Frankreich und Rumänien zu den wichtigsten Kartoffelproduzenten in der Europäischen Union. Der europäische Kartoffelanbau kann bei normalen, durchschnittlichen Erntemengen den Bedarf in der EU decken.

Zwar sind die Preise seit Herbst 2021 aus verschiedenen Gründen teils stark gestiegen (schlechte Ernte, weniger Anbaufläche, Öffnung von Gastronomie und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung), aber im März dieses Jahres sind die Preise wieder gesunken. Perspektivisch ist mit der Frühkartoffelernte in Südeuropa (Mai) und später in Deutschland (Juni) eine deutliche Entspannung zu erwarten.

Lesen Sie auch: Horoskop für Freitag, den 25. März 2022: So wird Ihr Tag heute – laut Ihrem Sternzeichen >>

Wie hoch sind die Preise wirklich gestiegen?

Die Daten des Statistischen Bundesamtes bestätigen, dass Nahrungsmittel teurer geworden sind. Zwischen 2019 und 2020 lag der Preisanstieg knapp unter 1,5 Prozent – im Januar 2021 dagegen insgesamt bei 5,6 Prozent. Zuletzt wurden Lebensmittel im Februar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat durchschnittlich um 5,1 Prozent teurer. Allerdings sind nicht alle Lebensmittel gleichermaßen davon betroffen.

Und in den vergangenen 20 Jahren sind die Lebensmittelpreise deutlich weniger angestiegen als andere Lebenshaltungskosten. Noch im Jahr 2020 haben die Menschen in Deutschland durchschnittlich nur etwa 12 Prozent ihres Einkommens für die Ernährung ausgegeben. Das liegt deutlich unter den Werten in vielen anderen europäischen Ländern.