Eine Spaziergängerin geht durch dichtes Laub mit herbstlich gefärbten Blättern. Foto: imago images/Manngold

So schön bunt ist keine andere Jahreszeit. Und die meisten Menschen erfreuen sich im Herbst auch an den golden gefärbten Blättern. Zumindest, solange diese noch an den Bäumen hängen. Denn liegt das Laub erst mal am Boden, sorgt es nicht selten für mächtig Ärger. Es muss zusammengekehrt werden. Oder muss es nicht? Und wenn ja, wohin mit den vielen Haufen? Der KURIER gibt Tipps rund ums Herbst-Laub.

Muss sich mein Nachbar kümmern, wenn sein Laub auf meinen Rasen fällt?

Nein. In der Regel muss ein deutlicher Abstand zwischen Baum und Grundstücksgrenze bestehen. Dadurch wird die Beeinträchtigung theoretisch minimiert. Praktisch hält sich ein ordentlicher Herbststurm, der die Bäume kahl fegt und den Boden in ein buntes Blättermeer verwandelt, allerdings selten an Grundstücksgrenzen. Im Regelfall ist das herübergewehte Laub des Nachbarn – ebenso wie Nadeln, Tannenzapfen, Samen oder Blüten – deshalb hinzunehmen, wenn die landesrechtlichen Abstandsregeln eingehalten werden (Bundesgerichtshof, Az.: V ZR 218/18).

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Muss ich die Gehwege vor meinem Grundstück von Laub befreien?

Ja. Eigentümer haben eine Verkehrssicherungspflicht. Sie müssen also dafür sorgen, dass von ihrem Haus oder Grundstück keine Gefahr ausgeht. Dazu gehört auch, dass sie ihr Grundstück sowie die angrenzenden Gehwege und Eingänge frei von Laub halten müssen – genau wie das im Winter bei Schnee und Eis der Fall ist. Haben Sie den Gehweg nicht geräumt und eine Person rutscht auf nassem Laub aus, müssen Sie mit Schadenersatzforderungen rechnen.

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Darf ich einen Laubbläser nutzen?

Jein. Sie dürfen einen Laubbläser nur zu bestimmten, von den Kommunen vorgegebenen, Zeiten verwenden. In Berlin dürfen die Geräte laut Lärmschutzverordnung ausschließlich werktags zwischen 9 und 13 Uhr sowie 15 bis 17 Uhr eingesetzt werden. Denn der Lärm kann nicht nur menschliche Anwohner und Gartennachbarn stören, sondern stresst auch Tiere – insbesondere Vögel. Ohnehin ist der Nutzen von Laubbläsern eher fragwürdig. Nur wenn es um besonders große Flächen geht und die Blätter ganz trocken sind, kommt man damit schneller ans Ziel. Verbraucherschützer warnen: Die Zeitersparnis rechtfertige bei einem durchschnittlich großen Garten in der Regel nur selten eine Anschaffung.

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Wohin mit dem vielen Laub?

Nichts verschwenden, wiederverwenden. Machen Sie sich die guten Eigenschaften des Laubes zunutze. Von einer schützenden Laubdecke profitieren Boden und Pflanzen. „Sie dient vielen Bodenlebewesen als Nahrungsgrundlage und Schutz. Als Mulchschicht schützt sie zudem den Boden vor Sonne und Frost sowie vor Erosion durch Wind und Wasser“, erklärt Sandra von Rekowski vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde. Pflanzen in Gefäßen schützt Herbstlaub ebenfalls: „Die Blätter kann man zum Isolieren von Kübeln und Töpfen benutzen“, erklärt Marja Rottleb vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu).