Sie trinken aus Ihrer Flasche nur Wasser? Dann muss man sie nicht reinigen? Falsch! Denn so wird die Trinkflasche zur Keimschleuder. imago/Westend61

Nichts erinnert uns eindringlicher ans Trinken als eine volle Flasche. Und weil jeder Mensch täglich mindestens 1,5 Liter Wasser trinken sollte, liegen Trinkflaschen aus Glas, Plastik oder Edelstahl voll im Trend. Diese kann man gut sichtbar auf den Schreibtisch stellen, im Auto auf dem Beifahrersitz zu liegen haben oder stets im Rucksack mit sich tragen. Und solange man da auch wirklich nur Wasser einfüllt, muss man sie nicht mal groß reinigen. Denken Sie?! Falsch! Denn so wird die Trinkflasche zur Keimschleuder. Wie es besser geht, verraten wir Ihnen.

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Um herauszufinden, wie sauber Trinkflaschen sind, wischten Forscher für eine Studie die Deckel von wiederverwendbaren Wasserflaschen ab, die von Sportlern verwendet wurden. Sie ließen die Proben in einem unabhängigen Labor testen. So wollten sie die Art und Menge der vorhandenen Bakterien bestimmen.

Und tatsächlich! Auf den meisten wiederverwendbaren Trinkflaschen wurde eine alarmierende Anzahl lebensfähiger Bakterienzellen gefunden: mehr als 300.000 koloniebildende Einheiten pro Quadratzentimeter.

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Wie kommen Keime in Trinkflaschen, in denen nur Wasser ist?

Sie greifen zu Ihrer Trinkflasche und trinken einen großen Schluck ... voller Keime? Kein Scherz, selbst wer in seiner Flasche immer nur Wasser hat, hat vermutlich Tausende von feuchtigkeitsliebenden Bakterien in seinem nachfüllbaren Lieblings-Trinkbehälter. Das Problem: Mit jedem Schluck, den wir aus der Flasche nehmen, benetzen wir sie auch mit Bakterien aus unserem Mund und Speichel. Diese vermehren sich dann auf dem feuchten Nährboden und bilden mitunter gefährliche Kolonien. Besonders eklig: Im schlimmsten Fall bildet sich mit der Zeit ein Biofilm, also eine Schleimschicht aus Mikroorganismen.

Wie gefährlich sind die Keime in den Trinkflaschen?

Die Forscher warnen: „Um es ganz klar auszudrücken, kann das Trinken aus einer durchschnittlichen nachfüllbaren Flasche um ein Vielfaches schlimmer sein, als das Spielzeug Ihres Hundes zu lecken“, heißt es. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den Flaschentypen. Denn je nach Verschluss ist die Menge Bakterien größer und kleiner. 

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Schiebeverschlüsse, die wegen der einfachen Bedienung vor allem bei Kindern und Sportlern beliebt sind, sorgen in Sachen Keimgehalt für die größte Furore. Die Stelle, die Ihre Lippen berührt, wimmelt von Bakterien: im Durchschnitt über 900.000 koloniebildende Einheiten pro Quadratzentimeter.

Schraubdeckel-Behälter sind mit rund 160.000 koloniebildenden Einheiten pro Quadratzentimeter belastet. Obwohl sie nicht so bakterienbelastet sind wie die Schiebedeckel, kann das Trinken aus diesen Flaschen immer noch schlimmer sein, als eine Mahlzeit aus der Schüssel Ihres Haustieres zu essen.

Ihre Trinkflasche sollten Sie regelmäßig gründlich reinigen.  imago/Rolf Poss

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Wie oft sollte man Trinkflaschen reinigen?

Wer seine Trinkflasche täglich nutzt, sollte sie auch täglich reinigen – raten Experten. Es reicht dann aber, sie mit heißem Wasser aus dem Hahn und etwas Spülmittel auszuspülen. Das tötet allerdings nicht alle Bakterien. Mindestens einmal in der Woche sollte man deshalb auch Trinkflaschen, die man nur für Wasser verwendet, richtig reinigen und desinfizieren.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Nutzen Sie den Geschirrspüler, wenn die Flasche dafür geeignet ist (Spülmaschinen-Symbol beachten). Alternativ kann man seine Trinkflasche auch in einem Topf desinfizieren. Dazu einfach die Trinkflasche in einem Topf mit heißem Wasser einige Minuten liegen lassen. Das Wasser sollte nicht kochen, sondern eine Temperatur von etwa 80 Grad Celsius haben.

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Worauf muss man beim Reinigen der Trinkflasche besonders achten?

Wichtig ist, beim Reinigen der Trinkflasche den Deckel nicht zu vergessen. Denn der ist häufig am meisten belastet mit Bakterien. Außerdem ist es wichtig, dass die Trinkflasche nach dem Reinigen wirklich gut trocknet. Wischen Sie sie am besten mit einem sauberen Geschirr-Handtuch aus.