Die Warnhinweise sind oft zu klein aufgedruckt. Doch selbst die EU-Verordnung gibt vor, dass vor der Nutzung von Alufolie für Lebensmittel gewarnt werden muss. IMAGO/Shotshop

Aluminium ist ein kleiner Alleskönner. Aus dem Haushalt ist die Alufolie kaum wegzudenken. Sie lässt  Sauerstoff und Feuchtigkeit nicht durch. Sie ist kälte- und hitzebeständig. Sie ist leicht und wiederverwertbar. Doch wenn Sie jeden Morgen ihr Pausenbrot darin einwickeln, dürfte Ihnen das hier zu denken geben: Alufolie kann auch gesundheitsschädlich sein.

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Lange Zeit war Alufolie das Nonplusultra zum Verpacken von Lebensmitteln. Jeder hatte sie zu Hause, sie war immer griffbereit. Doch seit geraumer Zeit findet ein Umdenken statt. Nicht nur der Umwelt zu Liebe verzichten immer mehr Menschen auf die silbrige Folie, die so praktisch zu sein scheint. Denn inzwischen ist bekannt, dass sich unter bestimmten Umständen Aluminiumionen aus Verpackungen lösen und ins Lebensmittel wandern können.

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Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch hohe Aluminiumaufnahme für möglich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht als maximal tolerierbare Aufnahmemenge pro Woche festgelegt. Doch wie schnell geht das, dass so eine Menge im Körper landet?

Wie schädlich ist Aluminium für den Körper?

„Die gesundheitliche Bedeutung von Aluminium für den menschlichen Organismus ist bis heute nicht vollständig geklärt“, erklärt Dr. Ulrich Nehring, Experte für Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeanalytik am Institut Nehring gegenüber dem Portal daskochrezept.de. „Diskutiert beziehungsweise gegenwärtig näher untersucht werden vor allem mögliche Wirkungen von Aluminium auf das Nervensystem, Wirkungen auf die Fruchtbarkeit und ungeborenes Leben, das heißt sogenannte reprotoxische Wirkungen und Beeinträchtigungen der Knochenentwicklung.“

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Wenn man Lebensmittel in Alufolie gart – wie zum Beispiel eine Ofenkartoffel – sollte man auf jeden Fall erst nach der Zubereitung würzen. IMAGO/CHROMORANGE

Er weiß aber auch: „Aluminium hat nur eine geringe akute Giftigkeit. Gesunde Menschen scheiden aufgenommenes Aluminium fast vollständig über die Nieren aus. Bei Störungen der Nierenfunktionen kann es aber zu Anreicherungen von Aluminium im Organismus kommen.“

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Wie gelangt Aluminium von der Alufolie in den Körper?

„Aluminiumfolie nicht zum Abdecken von feuchten, säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln auf Servierplatten oder Schalen aus Metall verwenden. Die Folie kann sich auflösen. Aluminiumfolien dürfen nicht mit säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen.“ So lautet ein Warnhinweis, der laut EU-Verordnung auf der Verpackung von Alufolie abgedruckt sein muss, den die allermeisten Menschen aber geflissentlich ignorieren.

Doch fest steht: Durch stark säure- und salzhaltige Lebensmittel oder Kontakt mit anderen Metallen kann sich Aluminium aus der Folie lösen und ins Lebensmittel übergehen. Dann ist der Weg in unseren Körper nicht mehr lang. Er gilt: Saures wie Apfelstücke, Zitronen, Tomaten, Essiggurken und Salziges wie Feta, Salzhering, Wurst und Schinken gehören nicht in Alufolie eingewickelt – weder zur Aufbewahrung noch zur Zubereitung.

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Was ist mit Lebensmitteln, die von Hause aus in Aluminium-Verpackungen abgepackt sind?

„Verpackungsmaterialien aus Aluminium wie Kaffeekapseln, Joghurtbecher-Deckel und Getränkedosen sind in der Regel in Hinblick auf die Gesundheit unbedenklich. Sie sind extra beschichtet, damit das Aluminium mit den Lebensmitteln nicht in Berührung kommt“, erklärt die Verbraucherzentrale. Hier brauchen Sie also keine Sorgen zu haben. Anders sieht es bei Lebensmitteln aus, die in einer Aluschale fertiggegart werden sollen. Verwenden Sie diese möglichst selten. Beim Grillen gilt: Grillen Sie Lebensmittel in Grillschalen aus Aluminium nur kurz und salzen und würzen Sie erst danach.

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Mit dem Einsatz von Alufolie sollte man vorsichtig sein. IMAGO/agefotostock

Wodurch nehmen wir noch Aluminium auf?

Einige Lebensmittel enthalten von Hause aus Aluminium, erklärt die Verbraucherzentrale. Demnach nehmen Erwachsene in Deutschland Aluminium vor allem über Instant-Tee-Getränke, Rohkostsalate sowie Mehrkornbrot und -brötchen auf. Die höchsten Aluminiumgehalte wurden unter anderem in Gewürzen, Kakao und kakaohaltigen Lebensmittel wie Bitterschokolade, Tee, Muscheln und Ölsaaten gemessen.

Außerdem kommt Aluminium auch in Impfstoffen, Arzneimitteln, Lippenstiften, Zahnpasten, Deos und Lebensmittelbedarfsgegenständen aus Aluminium wie Kochgeschirr, Grillschalen, Trinkflaschen und Backblechen vor.