Urlauber in einem Quarantäne-Hotel unterhalten sich auf den Balkonen. imago/Darren England

Das ist schon ärgerlich: Krank im Urlaub! Statt sich am Strand zu bräunen oder über Berge zu wandern, im Hotelbett mit Kopfschmerzen und Fieber: So wünscht sich niemand seinen Urlaub. In dem Falle melden sich Arbeitnehmer am besten sofort bei ihrer Firma, denn wer im Urlaub krank wird, kann sich ja nicht erholen. Nur fair, dass Krankheitstage nicht auf den Jahresurlaub angerechnet werden. Aber wie verhält es sich, wenn Reisende während ihres Urlaubs plötzlich in Quarantäne müssen?

Kontakt zu Covid-infizierter Person kann als Quarantänegrund ausreichen

Plötzlich ein positiver Corona-Test, oder auch nur der Verdacht, nachdem man Kontakt mit einer Covid-infizierten Person hatte: Das reicht vielerorts schon als Grund für eine Quarantäne aus. In manchen Ländern ist die Quarantäne bereits eine Voraussetzung zur Einreise. Erholungsurlaub ist das selbstverständlich nicht. Aber greift hier auch das Recht, sich die Quarantänetage gutschreiben zu lassen und später dafür Urlaub zu bekommen?

Darüber haben kürzlich Richter entschieden. Auch wenn es um einen Einzelfall ging, können Arbeitnehmer nicht darauf hoffen, sich den Urlaubsanspruch im Falle einer Quarantäne zurückholen zu können, wie es bei einer Erkrankung der Fall ist. Auf dieses Urteil weist der DGB Rechtsschutz in Düsseldorf hin.

Das Arbeitsgericht Neumünster hat kürzlich die Klage eines Arbeitnehmers zurückgewiesen (AZ: 3 Ca 362 b/21), der genau dieses Recht bei seinem Arbeitgeber einklagen wollte. Denn nachdem der Urlaub des Arbeitnehmers bereits genehmigt worden war, ordnete das Gesundheitsamt für diesen eine Absonderung an, die sich über den gesamten Urlaubszeitraum erstreckte. Der Mann durfte die eigene Wohnung nicht verlassen. Als Kontaktperson hatte sich der Kläger jedoch nicht selbst infiziert.

Urteil dürfte wegweisend für ähnliche Fälle sein

Weil der Mann nicht arbeitsunfähig war, konnte deshalb die Gesetzesvorschrift, die den Krankheitsfall während des Urlaubs regelt, nach Ansicht des Gerichts keine Anwendung finden. Weil es für den Quarantäne-Fall keine gesonderte Regelung gibt, bekam der Arbeitgeber des Klägers recht.

Dass andere Arbeitsgerichte in einem solchen Fall zu einem abweichenden Urteil kommen, hält Till Bender vom DGB Rechtsschutz für sehr unwahrscheinlich. Insofern könnte das Urteil aus Neumünster als Präzedenzfall wegweisend sein.