Die Heizkosten explodieren wegen des Ukraine-Krieges. Vielen Mietern droht ein Schock bei der Nebenkosten-Abrechnung, die 2023 ins Haus flattert. imago/Jochen Tack

Dass die Heizkosten explodiert sind, ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr. Vielen Mietern droht wohl aber dennoch eine böse Überraschung. Denn die Abrechnung kommt erst im Jahr 2023. Die dürfte viele Menschen richtig hart treffen. Was auf Sie zukommt, ob Sie jetzt schon sparen sollten und was Sie sonst wissen müssen – KURIER beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Mit welcher Nachzahlung sollten Mieter im kommenden Jahr rechnen?

Rund 83 Prozent mehr als vor einem Jahr kostet Gas derzeit durchschnittlich. Der Deutsche Mieterbund (DMB) spricht mit Verweis auf Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft von 11,84 Cent pro Kilowattstunde.

Fast 90 Prozent der Mieter sind von diesem Preisanstieg betroffen, heißt es. Wer schon jetzt wissen will, welche Kosten auf ihn zukommen, kann den Nachzahlungsrechner der Stiftung Warentest nutzen. Hier geben Sie unter anderem Ihre alten Gesamtheizkosten und die Summe Ihrer alten Brennstoffkosten an.

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Kann der Vermieter jetzt schon eine höhere Vorauszahlung fordern?

Nein, meint der Deutsche Mieterbund. Einen Anspruch auf höhere Vorauszahlungen hat der Vermieter oder die Vermieterin nur nach Rechnungslegung, sprich nachdem er bzw. sie dem Mieter oder der Mieterin eine formal und inhaltlich korrekte Abrechnung über die Nebenkosten zugestellt hat.

Das heißt: Bekommen Sie jetzt eine Abrechnung der Nebenkosten für das Jahr 2021 und ergibt sich daraus eine Nachzahlung, kann der Vermieter von Ihnen die Zahlung entsprechend höherer Vorauszahlungen verlangen.

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Sollte ich freiwillig schon jetzt eine höhere Vorauszahlung leisten?

Mieter können – unabhängig von einem Anspruch des Vermieters auf Zahlung erhöhter Vorauszahlungen – jederzeit freiwillig mit dem Vermieter oder der Vermieterin vereinbaren, höhere Vorauszahlungen zu leisten. Das kann durchaus Sinn machen, weil ja heute schon abzusehen ist, dass die Nebenkostenabrechnung höher ausfallen wird als vor einem Jahr.

Familien sollten, wenn möglich, jetzt schon Geld für die Nebenkosten-Abrechnung 2022, die 2023 zugeschickt wird, beiseite legen. Monika Skolimowska/dpa

Ist es nötig, jetzt schon für die Nachzahlung zu sparen?

Wer kann, sollte jetzt schon Geld für die Nachzahlung der Nebenkosten beiseitelegen. Dazu eignet sich zum Beispiel ein Tagesgeldkonto. Einige Wohnungsunternehmen gehen jetzt schon von Nachzahlungen in Höhe von bis zu zwei Monatskaltmieten aus. Legen Sie entsprechend viel Geld monatlich beiseite.

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Was kann ich tun, wenn ich mir die Nachzahlung nicht leisten kann?

In diesem Fall rät der Deutsche Mieterbund, auf jeden Fall das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Es gebe die Möglichkeit, sich auf eine Rückzahlungsmodalität – etwa die Ratenzahlung – zu einigen. Außerdem könnten Mieterinnen und Mieter sich bei ihrem Mieterverein über staatliche Unterstützung erkundigen. Hilfe wie Wohngeld oder andere Zuschüsse könnten durch den finanziellen Engpass helfen.

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Was passiert, wenn ich die Nachzahlung für die Nebenkosten nicht bezahle?

Normalerweise hat ein Mieter nach Erhalt der (korrekten) Abrechnung 30 Tage Zeit, die Nachzahlung zu leisten. Und das sollte er auch tun, um nicht seine Wohnung zu verlieren. Urteile von Amts- und Landgerichten zeigten, dass Nichtzahlungen der Nachzahlungsbeträge bereits zu Kündigungen geführt haben, so der DMB.