Ab 1. Oktober schickt der Arzt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Krankenkasse. Alexander Heinl/dpa

Aus Fahrrad wird E-Bike, aus Brief wird E-Mail und aus Krankenschein wird eAU. Ab 1. Oktober hat der „Gelbe Schein“, wie wir ihn kennen, ausgedient – zumindest in Teilen. Denn zur Krankenkasse müssen wir die Bescheinigung über eine Arbeitsunfähigkeit (AU) künftig nicht mehr schicken. Der neuen elektronischen AU-Bescheinigung sei Dank.

Die Krankschreibung für gesetzlich Versicherte wird digital: Arztpraxen übermitteln den „Gelben Schein“ künftig online an die Krankenkassen. Ganz überflüssig wird der Papierkram aber noch nicht, da Arbeitgeber die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz eAU, erst ab dem 1. Juli 2022 bei den Krankenkassen ihrer Beschäftigten abrufen können, wie die Verbraucherzentrale verrät.

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Krankenschien: Vorlagepflicht bei der Krankenkasse entfällt

Nach Angaben des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen werden jährlich rund 77 Millionen Arbeitsunfähigkeiten festgestellt. Gesetzlich Versicherte haben die Pflicht, ihrer Krankenkasse die Krankschreibung rechtzeitig zu melden, um nicht später einen möglichen Krankengeldanspruch zu verlieren. Doch damit ist jetzt Schluss. 

Wer krank ist, muss die AU-Bescheinigung künftig nur noch an den Arbeitgeber senden. imago images/Eibner

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Dieses Risiko entfällt nun durch den direkten Kommunikationsweg zwischen Arztpraxen und Krankenkassen. Versicherte müssen den altbekannten Zettel ab 1. Oktober 2021 nicht mehr selbstständig an ihre Krankenkasse schicken, sondern können sich auf die digitale Übertragung über die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI) verlassen. Einziger Haken: Zum Start werden noch nicht alle Arztpraxen das umsetzen können. Sie sollten also bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin nachfragen, ob diese bereits über die notwendigen technischen Voraussetzungen verfügen.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss beim Arbeitgeber weiter vorgelegt werden

Es bleibt aber dennoch der Weg zum Briefkasten: Denn wer länger als drei Tage arbeitsunfähig ist, muss grundsätzlich eine ärztliche Bescheinigung beim Arbeitgeber vorlegen, sofern dieser nicht schon früher ein Attest verlangt. Und das passiert vorerst weiter als Papierausdruck, da Arbeitgeber erst ab Juli 2022 in das elektronische Verfahren zum Abruf der eAU einbezogen werden. Anstelle von vier Papierausdrucken – für Krankenkasse, Arbeitgeber, Arzt und Versicherter – ist ab Juli 2022 dann nur noch ein Exemplar für die persönlichen Unterlagen der Versicherten vorgesehen.