Die extrem gestiegenen Spritpreise werden von Juni bis August durch eine Senkung der Energiesteuer gedrückt. Franziska Kraufmann/dpa

Die Tankstellen warnen wegen der Steuersenkungen auf Treibstoff Anfang Juni vor Engpässen an der Zapfsäule. Außerdem ist längst nicht klar, ob und ab wann Konzerne die Steuererleichterung tatsächlich an den Kunden weitergeben. Was Sie jetzt wissen müssen zum Tank-Rabatt – KURIER beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Wie teuer ist Tanken im Moment?

Der ADAC weist darauf hin, dass das aktuelle Niveau der Kraftstoffpreise im Vergleich zu den Rohölnotierungen sehr deutlich zu hoch ist. Während der Preis für Diesel zuletzt leicht gesunken ist und derzeit bei rund 2,02 Euro je Liter liegt, hat sich Benzin kontinuierlich verteuert und liegt bei 2,10 Euro je Liter Super E10.

Die damit einhergehende schrittweise Normalisierung bei der Preisdifferenz zwischen Benzin und Diesel dürfte mit der Steuersenkung am 1. Juni überholt sein, da der Steuersatz auf Benzin etwa doppelt so stark sinken wird, wie dies beim Diesel der Fall sein wird.

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Wie viel billiger wird Benzin und Diesel sein?

Unklar ist, ob Konzerne die Steuersenkung an die Kunden weitergeben. ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand ist aber optimistisch: „Die hohen Spritpreise belasten die Verbraucher sehr. Deshalb ist die beschlossene Senkung der Energiesteuer um 14 Cent beim Diesel und fast 30 Cent beim Benzin ein richtiges Signal. Ich fordere die Mineralölkonzerne auf, die Spielräume für Entlastungen voll auszuschöpfen und an die Verbraucher weiterzugeben.“

Da auf diesen Senkungsbetrag auch keine Mehrwertsteuer fällig wird, liegt der steuertechnische Abschlag bei 35 Cent für Benzin und knapp 17 Cent für Diesel.

Worauf müssen sich Autofahrer beim Tanken Anfang Juni einstellen?

Der ADAC geht davon aus, dass – mit Blick auf die bevorstehende Entlastung – viele Autofahrer nach Möglichkeit nicht mehr im Mai tanken wollen, sondern von den niedrigeren Spritpreisen ab Juni profitieren wollen. Schlangen und ungewohnte Wartezeiten an den Tankstellen sollten daher zu Stoßzeiten einkalkuliert werden. Darüber hinaus ist es möglich, dass Tankstellen in den ersten Juni-Tagen Kraftstoff, den sie im Mai gekauft haben, noch zum alten Preis weitergeben werden.

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Wie sollten Autofahrer jetzt richtig tanken?

Autofahrer sollten mit Augenmaß vorgehen und ausreichend Kraftstoff im Tank vorrätig haben, um gegebenenfalls erst einige Tage nach Monatsbeginn zum Tanken fahren zu müssen.

Hohe Kraftstoffpreise für Diesel und Super-Benzin stehen auf der Anzeigetafel einer Tankstelle. Daniel Bockwoldt/dpa

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Wie können Autofahrer noch bei Diesel und Benzin sparen?

Laut ADAC sollten die Autofahrer auch nach der Steuersenkung ihren Spritverbrauch reduzieren. Durch eine sparsamere Fahrweise und den Verzicht auf Kurzstrecken kann der Kraftstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent gedrosselt werden. Zudem lohnt es sich, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen: Sowohl zwischen den Tankstellen sind die Preisunterschiede immer wieder erheblich als auch im Tagesverlauf.

Wer klug tankt, könne allein aufgrund der „richtigen“ Uhrzeit bis zu elf Cent pro Liter sparen, meint der ADAC. Das hat eine Untersuchung des Autoclubs im Jahr 2020 von Preisen an 14.000 Tankstellen in Deutschland ergeben.

Doch wann steckt man den Tankrüssel am günstigsten ins Auto? Als Faustregel kann gelten: Autofahrer zahlen zwischen 18 und 22 Uhr am wenigsten, hat der ADAC beobachtet. Wer also nach der Arbeit einfach nur platt ist, sollte trotzdem noch am Abend an die Tanke fahren – auch wenn die Motivation gleich null ist. Denn erst mal ausschlafen und gleich früh ran an den Zapfhahn ist keine gute Idee. Denn am tiefsten müssen Autofahrer in der Zeit zwischen 5 und 8 Uhr morgens in die Tasche greifen. Danach sinken die Preise wieder – nur um meist ab dem späteren Vormittag wieder anzuziehen. Es gebe mehrere Preisspitzen am Tag.