Eine junge Frau putzt die Fenster einer Wohnung. Es ist wieder Zeit für den Frühjahrsputz. dpa/Christin Klose

Die Sonne strahlt zum Fenster hinein – und hat kein Erbarmen. Im Frühjahr werden Schmutz und Dreck im Haushalt von der lieben Sonne gnadenlos aufgezeigt. Es ist Zeit für einen ausgiebigen Frühjahrsputz. Ein übertriebenes Vorgehen gegen Dreck und Keime gefährdet jedoch die eigene Gesundheit und belastet die Umwelt. KURIER verrät, wie es richtig geht, und hat Tipps für alle gängigen Schmutzfallen.

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Was braucht man für den Frühjahrsputz?

Nach Meinung von Umweltexperten reichen vier Mittel völlig aus – Allzweckreiniger, Handspülmittel, Sanitärreiniger mit Zitronensäure und Küchenreiniger wie Scheuermilch. Spezielle Textilien aus Mikrofaser wirken wie eine feine Bürste und unterstützen die Reinigung. Grundsätzlich gilt: Kräftiges Scheuern kann einiges an Chemie einsparen. Aber auch die Putzlappen sollten häufiger gewechselt oder ausgekocht werden.

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Sind starke chemische Reiniger nötig?

Nein, denn viel Chemie heißt nicht automatisch mehr Hygiene. „Die Reinigung der Flächen mit einem normalen Reinigungsmittel reicht zumeist, um vorhandene Mikroorganismen ausreichend zu entfernen – daran hat sich trotz Corona nichts geändert“, meint Marcus Gast vom Umweltbundesamt. Gelangen diese zum Teil schlecht biologisch abbaubaren Wirkstoffe ins Abwasser, töten sie Wasserorganismen ab und belasten die Kläranlagen unnötig.

Desinfektionsreiniger können auch die Atemwege schädigen und Allergien auslösen. Vergleichsweise aggressive Reiniger wie stark saure oder alkalische Produkte können zudem die Haut und empfindliche Oberflächen schädigen. Oft tragen sie das Zeichen „ätzend“ oder „reizend“.

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Wie putzt man Fenster und Co. richtig?

Fenster putzen: Gegen Schlieren und Streifen helfen etwas Essig, Spiritus oder Zitronensaft im Putzwasser. Die Scheiben sollten dann mit Zeitungspapier oder einem Tuch getrocknet werden. Ausrangierte Nylonstrümpfe entfernen auch hartnäckigen Schmutz.

Kalk im Bad: Verkalkte Fliesen und Armaturen im Bad lassen sich mit einem Schuss Essigessenz im Wasser im Verhältnis von eins zu zwei oder Zitronensäure – bis zu zwei Teelöffel auf einen Liter Wasser – reinigen. Auch Schimmel in der Dusche lässt sich mit Essig entfernen.

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Toilette säubern: Es ist der vielleicht einfachste unter den Reinigungs-Tipps für die Toilette. Verteilen Sie den Inhalt eines Glases Cola in der Toilette (es darf auch gern abgestandene Cola sein, die keiner mehr trinken möchte), lassen Sie die Brühe eine halbe Stunde einwirken und spülen Sie. Wer das regelmäßig macht, kriegt erst gar keinen Putzstress mit dem Klo. Der Grund: Hauptbestandteil neben Zucker und Kohlensäure ist die Phosphorsäure, wie man sie auch in Putzmitteln findet. In Cola wird Phosphorsäure als Konservierungs- und Säuerungsmittel eingesetzt. Sie hilft aber eben auch, wenn man Schmutz entfernen will.

Cola reinigt die Toilette effektiver als jedes Putzmittel. IMAGO/Panthermedia

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Verstopfte Abflüsse reinigen: Wirklich effektiv, um einen verstopften Abfluss wieder frei zu bekommen, ist eine einfache Prozedur mit Backpulver und Essig. Beides haben Sie bestimmt zu Hause. Und so kann es auch schon losgehen: Geben Sie fünf Esslöffel Backpulver (oder Natron) direkt in den Abfluss. Füllen Sie eine halbe Tasse Essig nach. Nach etwa 10 Minuten schütten Sie einen Liter kochendes Wasser hinterher. Nun ist der Abfluss durchgespült und wieder frei.

Matratze reinigen für frischen Duft: Zum einen benötigen Sie Backpulver, zum anderen – wenn Sie möchten – etwas ätherisches Öl. Es geht aber auch ohne. Denn das Backpulver saugt üble Gerüche auf. Mischen Sie – wenn Sie mögen – ein ätherisches Öl Ihrer Wahl in einer Schüssel mit Backpulver. Je nach Matratzen-Größe brauchen Sie ca. fünf Packungen Backpulver und wenige Tropfen Öl. Das Backpulver sorgt dafür, dass das Öl auf der Matratze keine Flecken hinterlässt. Wenn Sie unter Schlafproblemen leiden, empfiehlt sich Lavendel-Öl, weil Lavendel beruhigt. Füllen Sie das Backpulver dann in ein Sieb. Verteilen Sie das Backpulver gleichmäßig über der gesamten Matratze. Lassen Sie das Backpulver auf der Matratze mindestens eine Stunde einwirken. Entfernen Sie das Backpulver mit einem Staubsauger.

Wie anstrengend ist Frühjahrsputz?

Verbraucherexperten rechneten vor einigen Jahren aus, dass ein Mensch mit 70 Kilogramm Körpergewicht bei zwei Stunden Frühjahrsputz immerhin rund 600 Kilokalorien verbraucht – das ist mit dem Energieverbrauch von einer Stunde Ausdauersport vergleichbar. Beim Fensterputzen werden zum Beispiel in einer Stunde im Schnitt 320 Kilokalorien verbrannt. Kommen noch eine halbe Stunde Staubsaugen und 15 Minuten Wischen hinzu, steigt der Energieverbrauch um weitere 200 Kilokalorien.