Es gibt drei Möglichkeiten, die FFP2-Masken wieder aufzubereiten. Der KURIER erklärt, wie es geht. Foto: Imago/Michael Weber

Das bringt Berliner an den Rande der nervlichen Belastbarkeit: Kaum hat man sich mit ausreichend OP-Masken eingedeckt, sind diese auch nicht mehr zulässig im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Ab Mittwoch gilt: Im öffentlichen Nahverkehr, in Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, im Einzelhandel und in kulturellen Einrichtungen müssen FFP2-Masken getragen werden. Die sind nicht nur unangenehm und erschweren das Atmen, sondern sie sind auch ziemlich teuer. Bei rund 1,50 Euro pro Stück kann man sich kaum jeden Tag eine neue leisten (fast 50 Euro im Monat). Der KURIER gibt Tipps, wie Sie sie zumindest mehr als einmal nutzen können.

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Warum sind FFP2-Masken der bessere Schutz?

„Korrekt sitzende FFP-Masken liegen dicht an und bieten Fremd- und Eigenschutz“, heißt es beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Demnach bieten sie vor allem für den Maskenträger Schutz vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Man kann mit ihnen also nicht nur andere, sondern auch sich selbst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen. Vorausgesetzt, sie werden korrekt getragen und gereinigt. Übrigens: FFP2-Masken sollte man nie länger als zwei Stunden tragen. Ist das notwendig, sollte man alle zwei Stunden eine neue verwenden.

Kann man FFP2-Masken mehr als einmal benutzen?

FFP2-Masken sind vom Hersteller als Einwegprodukte vorgesehen. In einem Forschungsprojekt an der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wurde dennoch mit Unterstützung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Wiederaufbereitung der FFP2-Masken untersucht. Es gibt geeignete und ungeeignete Methoden, die teuren Teile wieder nutzbar zu machen. Wichtig: Mehr als fünfmal sollten sie eine FFP2-Maske aber nicht wiederverwenden.

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Wie reinigt man FFP2-Masken richtig?

Im Backofen: Nahezu vollständig ist die Reduzierung der Virenlast bei einer Behandlung mit 80 Grad Celsius trockener Hitze im Backofen. Dabei ist es aber sehr wichtig, dass es keine Temperaturschwankungen im Ofen gibt. Denn bei geringeren Temperaturen können die Viren überleben, bei Temperaturen über 100 Grad Celsius kann das Material beschädigt werden. Zuvor muss eine benutzte Maske aber einen Tag lang an der frischen Luft getrocknet werden, da eine Rest-Feuchtigkeit das Material ebenfalls beschädigen kann. Dann muss die Maske für mindestens 60 Minuten im Backofen verbleiben.

Sieben Tage an der Luft: Am einfachsten lässt sich die Maske mit dem Mittel „Zeit“ wieder aufbereiten. Lassen Sie die FFP2-Maske mindestens sieben Tage auslüften. Tipp: Sieben Haken an der Wand können helfen. Nehmen Sie Ihre FFP2-Maske (z. B. am Montag) nach dem Tragen vorsichtig ab – ohne die Außenseite zu berühren. Hängen Sie diese zum Trocknen an den ersten Haken (an den Montags- Haken). Die Maske muss nun bis zum nächsten Montag dort hängen bleiben und trocknen, bis sie von Ihnen wieder getragen wird. Dienstag startet das gleiche Spiel mit der Dienstags-Maske. Wichtig: Es muss ein Ort im Raum sein, an dem die Masken getrocknet werden. Draußen geht das leider nicht.

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Zehn Minuten kochen im Gefrier- und Kochbeutel:  Vor der Behandlung im Kochtopf durch Hitze muss die Maske auch hierbei bis zum nächsten Tag bei Raumluft trocknen. Mit dem Verfahren „Zehn Minuten kochen im Gefrier- und Kochbeutel“ kann das Coronavirus vollständig eliminiert werden. Gefrier- und Kochbeutel sind meist hitzebeständig (vergewissern Sie sich auf der Verpackung). Legen Sie die getrocknete Maske hinein. Streichen Sie die Luft heraus und verschließen Sie den Beutel dicht mit dem vorgesehenen Verschluss. Füllen Sie den Kochtopf mit Wasser (der Beutel darf nicht den Boden berühren) und bringen Sie das Wasser zum Kochen. Legen Sie den Masken-Beutel in den Topf und schließen den Deckel. Nehmen Sie den Beutel nach zehn Minuten aus dem Kochtopf und die Maske an den Haltebändern aus dem Beutel und hängen diese auf (die Maske muss durchlüftet werden und darf nicht im Beutel verbleiben).

Welche Methoden sind nicht zur Reinigung der FFP2-Masken geeignet?

Andere Methoden, etwas das Erhitzen in der Mikrowelle oder gar das Waschen in der Waschmaschine, sind ungeeignet für die Aufbereitung von FFP2-Masken. Wer sich sicher schützen will, nimmt sich die Zeit und macht es richtig.