Frostempfindliche Pflanzen, die im Garten eingewachsen sind, können in Vlies einpackt werden. Zusätzlich hilft es, eine Mulchschicht auf dem Boden zu verteilen. dpa/Christin Klose

Gerade war's noch Sommer, jetzt naht der erste Frost – und Sie haben einfach keine Zeit! Keine Sorge, locker bleiben! Nicht jede Aufgabe im Garten muss noch schnell vor dem ersten Frost oder gar Schneefall erledigt werden. Setzen wir doch Prioritäten. Der Rest kann warten!

Gartenarbeit ist schön - und kann auch Stress bedeuten. Etwa wenn man die wenigen trockenen Tage im Herbst noch unbedingt dazu nutzen muss, um die letzten Arbeiten im Garten zu erledigen und ihn winterfest zu machen.

Aber muss man das eigentlich wirklich? Nein, einiges kann nicht nur liegenbleiben bis zum Frühjahr, es ist sogar besser für die Umwelt, sagen Experten.

Den Tieren helfen – indem Sie DAS nicht tun

Zum Beispiel wenn die abgeblühten Blumen, Stauden und Sträucher nicht abgeschnitten werden. „Sie bieten den Vögeln Futter und Insekten Möglichkeiten zum Überwintern“, sagt Marja Rottleb vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Berlin. „Und sie sehen auch schön aus, wenn sie von Raureif bedeckt sind.“

Zudem ist die Düngung von Stauden und Gehölzen in der Ruhezeit jetzt nicht nötig, erklärt Jörg Korfhage, Gärtner und Trainer an der DIY Academy in Köln. „Der Dünger wird von den Pflanzen nicht aufgenommen und gelangt teilweise ins Grundwasser.“

Was man aber unbedingt noch schnell erledigen sollte

An anderen Arbeiten aber kommt man leider nicht vorbei, will man zum Beispiel Pflanzen vor dem Tod retten. „Nicht winterharte Pflanzen in Töpfen und Kübeln sollte man am besten in einen hellen, aber kühlen Raum stellen“, rät Jörg Korfhage. „Dort sind sie vor Dauerfrost sicher. Keinesfalls dürfen sie ins geheizte Wohnzimmer, das eignet sich ausschließlich für Zimmerpflanzen.“

Empfindliche Pflanzen, die im Garten eingewachsen sind, müssen anderweitig geschützt werden. Das gilt etwa für Pflanzen, die ursprünglich im mediterranen Raum wachsen wie Oliven, Palmen oder Feigen, die weniger Frost vertragen als heimische Gewächse. „Man kann sie in Vlies einpacken und eine Mulchschicht auf dem Boden verteilen“, rät Oliver Fink vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner. Bei Topfpflanzen, die den Winter über im Freien bleiben, muss auch der Kübel eingepackt werden.

Mähen und Laub entfernen: Aus DIESEM Grund

Auch raten die Experten dazu, den Rasen noch einmal vor dem Winter zu mähen. Wann der optimale Zeitpunkt ist, lässt sich nur mit Blick auf die Witterung sagen - denn bleibt es lange warm, wächst der Rasen entsprechend lange weiter. Übrigens: Eine Düngung im Herbst mit einer speziellen Herbstmischung mit viel Kalium kann dem Rasen helfen, besser den Winter zu überstehen. Darauf weist die Deutsche Rasengesellschaft hin.

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Wichtig ist für den Rasen aber besonders eines: Laub von ihm entfernen. Er schadet den Gräsern, bleibt er liegen. Denn sie würden faulen oder schimmeln, da sich unter der Blätterdecke Feuchtigkeit hält. Der BUND aber rät, herabfallende Blätter nicht mit einem Laubsauger auf einer Stelle zu sammeln. Die Geräte saugen mit den welken Blättern auch Kleintiere wie Spinnen und Insekten auf, häckseln und töten sie dabei. Außerdem zerstören sie Pflanzensamen.

Und das gesammelte Laub ist viel zu schade, um es in Säcken auf den Müll zu bringen. „Es ist ein natürliches Isoliermaterial für die Pflanzen“, sagt NABU-Expertin Marja Rottleb. „Man kann es unter Hecken und zwischen die Sträucher kehren und auf Beeten verteilen. Das ist nicht nur ein guter Frostschutz, sondern auch Lebensraum für Igel, verschiedene Insekten, Mäuse und Kriechtiere.“

Teichtechnik und Bewässerungsanlage frostsicher machen

Wichtig ist ebenfalls, den Gartenteich winterfest zu machen - schon im zeitigen Herbst. „Wird die Teichbepflanzung zurückgeschnitten, reduziert das die Algenentstehung“, erklärt Jörg Korfhage. Außerdem ist es wichtig, vor dem Frost den Teichfilter zu leeren und zu trocknen, gegebenenfalls muss auch die Pumpe entfernt werden. Sie sollte frostfrei in einem Eimer mit Wasser lagern, damit die Dichtungen nicht porös werden.

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Bei der Gelegenheit kann man sich auch direkt anderen Installationen widmen: „Steht eine längere Periode mit starkem Frost bevor, muss sichergestellt sein, dass alle Wasserhähne und das Gartenbewässerungssystem abgestellt, geleert und entlüftet sind. Sonst drohen Wasserschäden“, erklärt Jörg Korfhage. Auch die Regentonnen sollten dann leer sein.

Und wenn Sie dann noch Muse haben: Frostfreie Herbsttage sind ideal dafür, um alte Sträucher rauszunehmen, neue Bäume zu setzen. „Es ist die beste Pflanzzeit für Gehölze, Bäume, Sträucher und einige Stauden“, sagt Oliver Fink. „Denn im Herbst ist der Boden wärmer als im Frühjahr. Die Pflanzen haben nach dem Anwachsen eine Ruhephase und benötigen weniger Wasser.“ Auch Frühblüher werden jetzt noch schnell in die Erde gebracht.

„Erfahrungsgemäß gibt es in dieser Zeit im Handel und in Gartenbetrieben eine große Auswahl zu günstigen Preisen“, ergänzt Jörg Korfhage.