Würden Sie heute noch einmal die Theorie-Prüfung für den Führerschein bestehen? 98 Prozent der Deutschen würden das laut ADAC-Umfrage wohl nicht.
Würden Sie heute noch einmal die Theorie-Prüfung für den Führerschein bestehen? 98 Prozent der Deutschen würden das laut ADAC-Umfrage wohl nicht. imago/photothek

Wann haben Sie eigentlich Ihren Führerschein gemacht? Und haben Sie die Theorie-Prüfung beim ersten Mal bestanden? Keine Schande, wenn Sie Frage zwei mit Nein beantworten mussten. Viel schlimmer wäre es doch, wenn Sie jetzt jeden Tag mit dem Auto unterwegs sind, aber eigentlich die Regeln nicht kennen, oder? Genau so geht es aber erschreckend vielen, wie der ADAC jetzt aufgedeckt hat. Nur zwei Prozent der repräsentativ ausgewählten Befragten konnten die Testfragen aus dem Katalog der Führerschein-Theorieprüfung zu mehr als 80 Prozent richtig beantworten. Ergebnis: Deutschland rasselt durch die Prüfung! Sie auch?

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Erschreckend: Im Durchschnitt wurde knapp die Hälfte der Aufgaben korrekt gelöst. Als besonders bedenklich bewertet der ADAC die Tatsache, dass gerade diejenigen, die ihr Verkehrswissen viel besser als das der anderen einstuften, im Test schlechter abgeschnitten haben. 98 Prozent wären wohl durch die Prüfung gerasselt!

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Zur Erinnerung: Bei der theoretischen Führerscheinprüfung muss man 30 Fragen beantworten, die im schlimmsten Fall je zwischen drei und fünf Fehlerpunkte bringen können. Mit 30 Fragen kann man insgesamt 100 Fehlerpunkte erreichen, aber schon mit 11 Fehlerpunkten ist man durchgefallen.

Führerschein-Theorie im ADAC-Test abgefragt – mit erschreckendem Ergebnis

Beim ADAC-Test wurden insgesamt mehr als 3500 Personen ab 17 Jahren befragt, die einen Pkw-Führerschein besitzen. Zwei Drittel haben ihren Führerschein seit mehr als 20 Jahren, nur ein Prozent weniger als zwei Jahre. Und mehr als die Hälfte der Befragten fährt an mindestens 200 Tagen im Jahr.

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Die Testpersonen mussten 20 Original-Prüfungsfragen beantworten, die aus verschiedenen Kategorien kamen. Der ADAC-Test konzentrierte sich dabei auf häufige Unfallursachen im Fahrverhalten, zum Beispiel Fehler beim Abbiegen, Alkohol am Steuer oder zu wenig Abstand, und auf Prüfungsfragen, die noch relativ neu im Repertoire sind, wie etwa Schutzvorschriften für Radfahrer oder Telefonieren im Auto.

Sie fahren seit vielen Jahren regelmäßig Auto, aber kennen Sie auch alle Regeln? Würden Sie die Theorie-Prüfung für den Führerschein heute noch einmal bestehen?
Sie fahren seit vielen Jahren regelmäßig Auto, aber kennen Sie auch alle Regeln? Würden Sie die Theorie-Prüfung für den Führerschein heute noch einmal bestehen? imago/Wolfgang Maria Weber

Und was waren das so für Fragen? Am häufigsten wurde die Frage zum erforderlichen Abstand zu Vorausfahrenden korrekt beantwortet, die Regel „halber Tacho“ hatten 87 Prozent verinnerlicht. Fast genauso viele wussten, wie schnell ein Promille Alkohol im Blut abgebaut wird. Wichtige Verhaltensweisen an Kreuzungen, etwa bei „rechts vor links“, wussten immerhin 70 Prozent zu beantworten.

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Was wissen Sie noch aus der Führerschein-Theorie-Prüfung?

Aber wissen Sie auch, wann das Reißverschlussverfahren im Straßenverkehr angewandt wird? Daran scheitern nämlich schon immerhin 75 Prozent der Teilnehmer der Studie. Richtige Antwort: Immer dann, wenn ein Fahrstreifen endet oder wegen eines Hindernisses nicht durchgehend befahrbar ist. Erschreckend: 52 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass das Reißverschlussverfahren auch am Ende des Einfädelungsstreifens auf die Autobahn gilt. Das hätten Sie auch angekreuzt? Ist aber falsch!

Andere Frage, die eigentlich alltäglich zu sein scheint: Wann darf man den Nebelscheinwerfer benutzen? Dass der bei Nebel eingeschaltet werden darf, verriet den Teilnehmern der Umfrage der Name. Immerhin. Nicht einmal ein Viertel wusste aber, dass er auch benutzt werden darf, wenn die Sicht bei Regen oder Schneefall erheblich behindert ist. Hätten Sie es gewusst?

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Ganz oben in der Flop-Liste steht übrigens die Frage, welche Pkw, die eine Umweltzone befahren, der Kennzeichnungspflicht mit einer Feinstaub-Plakette unterliegen. Dass die Plakette nicht nur Benziner und Diesel, sondern auch E-Autos benötigen, wussten nur sechs Prozent. Gehören Sie zu diesen vermeintlichen Schlaumeiern oder hätten Sie (auch) hier versagt?

Wer es jetzt genau wissen will und sich selbst auf die Probe stellen will, kann den gesamten Test übrigens nachmachen. Der ADAC stellt den Führerschein-Wissenstest hier allen zur Verfügung.