Wer beim Verbrauch sparen will, muss wissen, welche Geräte im Haushalt die größten Stromfresser sind.
Wer beim Verbrauch sparen will, muss wissen, welche Geräte im Haushalt die größten Stromfresser sind. imago/photothek

Selten haben wir so viel über Energie nachgedacht wie dieser Tage. Gas und Strom werden immer teurer. Vielen Menschen graut es beim Gedanken an die Nachzahlungen im kommenden Jahr. Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt kommt etwa auf 3000 Kilowattstunden im Jahr. Das entspricht bei den aktuellen Stromkosten von 0,55 Euro pro Kilowattstunde rund 140 Euro im Monat. Aber was genau kostet eigentlich wie viel? Was sind die größten Strom- und damit Geld-Fresser im Haushalt?

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Fernseher und Konsole sind die größten Stromfresser

Auf Unterhaltungselektronik, also etwa Fernseher und Spielekonsolen, entfallen dabei 28 Prozent, also etwas mehr als ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs. Das hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das Jahr 2021 erhoben.

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Allerdings gibt es auch noch einmal deutliche Unterschiede bei den Verbräuchen, weiß Joshua Jahn von der Verbraucherzentrale Brandenburg: „Die größten Stromfresser sind Fernseher und Spielekonsolen“. So koste der Betrieb eines durchschnittlichen Fernsehers etwa 80 Euro im Jahr. Spielekonsolen schlagen mit etwa 50 Euro jährlich zu Buche, wenn man sie täglich nutzt, so Jahn.

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Wie viel Strom ein Gerät verbraucht, hängt dabei neben seiner Energieeffizienzklasse oft auch ganz einfach von seiner Größe ab, erklärt Jahn: „Ein sehr großer Fernseher mit der besten Energieeffizienzklasse verbraucht noch immer deutlich mehr Strom als ein kleinerer Fernseher in der schlechtesten Klasse“.

Tatsächlich können ältere Fernseher und solche mit über einem Meter Bildschirmdiagonale durchschnittlich 200 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen. Laut Umweltbundesamt ließen sich damit zum Beispiel zwei effiziente Kühlschränke betreiben.

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Egal wie sparsam er sein mag: Ein riesiger Fernseher bedeutet am Ende immer einen höheren Stromverbrauch verglichen mit kleineren Geräten.
Egal wie sparsam er sein mag: Ein riesiger Fernseher bedeutet am Ende immer einen höheren Stromverbrauch verglichen mit kleineren Geräten. Zacharie Scheurer/dpa

Gaming-Computer kostet mehr Energie-Geld als kleiner Laptop

Dass Größe in Sachen Stromverbrauch relevant ist, zeigt sich auch bei Computern. Denn ein Desktop-PC verbraucht deutlich mehr Strom als ein Laptop, sagt Jahn. „Ein Desktop-PC mit Tower kostet mich etwa 35 Euro jährlich, ein Laptop gerade mal 10 Euro.“

Der Verbrauch eines Computers wird darüber hinaus auch entscheidend von seiner Ausstattung bestimmt, erklärt Sebastian Klöß vom IT-Branchenverband Bitkom: „Ein hochgezüchteter Gaming-PC mit Hochleistungsprozessor und riesengroßer Grafikkarte braucht unter Volllast einfach mehr Strom als ein Standard-PC oder ein Notebook, das aufs Stromsparen getrimmt wurde.“

Auch die konkrete Anwendung auf dem Rechner spielt eine Rolle. Laut Klöß seien komplexe Computerspiele und aufwendige Videoschnittprogramme so rechenintensiv, dass sich das auch im Verbrauch niederschlägt.

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Smartphone kostet kaum Geld für Energie

Das Gerät, das sich kaum auf die Stromrechnung auswirkt, ist tatsächlich das Smartphone. Wer sein Telefon täglich auflädt, verbraucht etwa 7,5 Kilowattstunden im Jahr, macht bei den aktuellen Strompreisen (Stand Oktober 2022) also etwa 4,12 Euro jährlich für den Betrieb seines Smartphones. Ähnlich wenig Einfluss auf die Stromrechnung hätten etwa auch smarte Lautsprecher. Da zeige sich wieder deutlich: kleines Gerät, kleines Einsparpotenzial.

Das Handy kostet relativ wenig Geld für Energie.
Das Handy kostet relativ wenig Geld für Energie. Fabian Sommer/dpa

Und was kosten Kühlschrank, Trockner und Co.?

Zum Vergleich: Laut dieser Studie sollen Waschen und Trocknen 14 Prozent des Stroms verbrauchen, Licht 13 Prozent und Kühl- und Gefriergeräte 11 Prozent. Mit 9 beziehungsweise 8 Prozent folgen die Anwendungsfelder Kochen und Spülen. Macht zusammen 55 Prozent.

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Natürlich sind das alles nur Durchschnittswerte, die nicht jeden Haushalt exakt abbilden. Schließlich besitzt nicht jeder die gleichen Geräte und nutzt sie im gleichen Ausmaß.