Ob beim Onlineshopping oder im Laden: Buy-now-pay-later-Angebote gibt es bei zahlreichen Anbietern. dpa/Jens Büttner

Alles wird teurer, die Inflation liegt bei fast acht Prozent, da kann es schon mal verlockend sein, Angebote nach dem Motto „Kaufe jetzt, bezahle später“ für die nächste Anschaffung ins Auge zu fassen. Aber Verbraucherschützer warnen auch vor Gefahren, die damit auf die Verbraucher eventuell lauern, nämlich dass man ganz schnell in der Schuldenfalle landet.

Buy-now-pay-later-Angebote: Bequem, aber nicht ohne Gefahren

Weil nicht sofort bezahlt werden muss, fühlen sich solche Angebote oft nicht wie Kaufen an, warnen Verbraucherschützer. „Das Angebot ist verführerisch und bequem für Verbraucher“, sagt Ines Moers von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung. Und wenn man häufiger mal auf diese Weise kauft – und nicht gleich bezahlen muss – kann man schon mal den Überblick verlieren, was dann irgendwann plötzlich an finanzieller Belastung aufläuft und fällig wird.

„Je weiter das Zahlungsziel in der Zukunft liegt, desto unübersichtlicher wird die finanzielle Situation für Verbraucherinnen und Verbraucher“, meint auch Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Und wenn dann die Forderungen am Stichtag nicht beglichen werden können, würden den Kunden oft teure Ratenkredite angeboten. Schulden mit neuen Schulden bezahlen, ein Teufelskreis droht.

Denn die erwähnten Ratenkredite können richtig ins Geld gehen, deren Zinssätze sind oft enorm. Schuldnerberaterin Moers hat zum Beispiel von Sätzen von um die 14 Prozent gehört. Zum Vergleich: Im Schnitt beträgt die Verzinsung aktueller Ratenkredite laut Vergleichsportal Verifox weniger als sechs Prozent.

Was sollte ich bei Angeboten mit Zahlungsaufschub unbedingt beachten?

Was bei der „Kaufe jetzt, bezahle später“-Methode auch ganz wichtig ist: Schuldnerberaterin Ines Moers rät, vor dem Abschluss unbedingt zu prüfen, welche Kosten durch den Zahlungsaufschub entstehen. Denn häufig gibt es das Angebot nicht zum Nulltarif. Außerdem checken, ob man den fälligen Betrag zum Stichtag wirklich zur freien Verfügung hat. Den Kauf auch schon mal verschieben, wenn man das Gewünschte erst zu einem späteren Zeitpunkt wirklich benötigt.

Alternativen zu Buy-now-pay-later-Angeboten

„Es gibt zahlreiche Alternativen zu teuren Konsumentenkrediten“, sagt Verbraucherschützer Nauhauser: Von „nicht anschaffen, wenn kein Geld da ist“ über „günstig gebraucht kaufen“ bis hin zu verschiedenen Kreditarten wie Rahmenkredit, Dispo oder Abrufkredit, die dann einem Preisvergleich zu unterziehen wären. Welche Alternative davon am sinnvollsten sei, hänge vom Einzelfall ab.

Ines Moers empfiehlt außerdem, im Freundeskreis nachzufragen, ob man sich bestimmte Gegenstände leihen oder teilen kann. Alternativ gibt es im Netz zahlreiche gewerbliche Sharing- und Tauschplattformen. Auch eine Option: Zunächst alte Gegenstände verkaufen, um den Erlös für die Anschaffung neuer Dinge zu nutzen.

Konsumverzicht? Welche Tricks helfen?

Wer im Laden oder beim Onlineshopping von hübsch präsentierten Produkten umgeben ist, habe einen gesteigerten Wunsch nach Konsum, sagt Nadja Tahmassebi, Leitende Psychologin an der Salus Klinik in Friedrichsdorf. Daher helfe es, den Laden oder den Webshop vor dem Kauf noch mal zu verlassen und sich zu überlegen: Brauche ich das überhaupt? Oder verleitet mich die Umgebungssituation zum Kauf?

Und was im Grunde jeder weiß: Niemals hungrig oder durstig einkaufen gehen. Diejenigen, deren Grundbedürfnisse schlecht erfüllt sind, seien anfälliger für Impulskäufe, so Tahmassebi.