Eine Frau blickt in einen Kühlschrank. (Symbolfoto) Imago/Shotshop

Die meisten Menschen wissen über Kühlschränke vor allem zwei Dinge: Wenn man ihn öffnet, geht das Licht an und wenn man Lebensmittel hineinstellt werden sie kalt. Was die meisten jedoch nicht wissen: Nicht überall im Kühlschrank herrscht die gleiche Temperatur. So kann es je nach Modell und Größe des Kühlschranks Temperaturunterschiede von bis zu neun Grad kommen. Das ist nicht schlimm und lässt sich einfach erklären. Und: Man kann es für sich nutzen, um Lebensmittel nicht nur sicher, sondern auch schonend zu lagern, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Wie funktioniert ein Kühlschrank?

Für Laien ist die genaue Funktionsweise eines Kühlschranks nicht unbedingt einfach zu verstehen. Kurz gesagt: Ein Kältemittel fließt durch Innen- und Außenteile des Kühlschranks. Im Inneren ist das Mittel flüssig und verdampft durch die Wärme, die es dem Kühlschrankinneren entzieht. Im Außenbereich gibt es Wärme an die Umwelt ab und wird wieder flüssig. Und immer so weiter. Viel wichtiger für uns Verbraucher ist aber, wie es sich mit der Temperatur im Kühlschrank verhält und das ist interessant genug.

Denn Wärme - und die gibt es freilich auch im Kühlschrank - steigt immer nach oben. Also ist es in einem Kühlschrank in den oberen Fächern wärmer als unten. Gleiches gilt für die Türfächer, die am weitesten vom Verdampfer entfernt ist. Eine Ausnahme bildet da nur das Gemüsefach. Obwohl es ganz unten ist, ist es hier deutlich wärmer als im Fach darüber. Der Grund liegt darin, dass der Bereich abgeschlossen ist und die kalte Luft nicht, wie sie es sonst täte, in den untersten Bereich absinken kann.

Laut verschiedenen Verbraucherportalen – darunter die Verbraucherzentrale – gibt es in einem Standard-Kühlschrank mit vier Fächern (inkl. Gemüsefach) plus den Fächern in der Tür bis zu sechs verschiedene Temperaturzonen bei einem normal eingestellten Kühlschrank. Und alle eigenen sich ideal für verschiedene Lebensmittel. Eine Übersicht.

Kühlschrank-Temperatur 2 Grad, das Fach direkt über dem Gemüsefach

Hier herrschen laut verschiedenen Verbraucherportalen übereinstimmend 2 Grad Celsius. Es eignet sich daher hervorragend für frischen Fisch, frisches Fleisch, sowie andere frische und verderbliche Lebensmittel. Frisches nicht abgepacktes Hack sollte aber auch hier höchstens wenige Stunden gelagert werden.

Kühlschrank-Temperatur 5 Grad, das mittlere Fach

Im mittleren Fach herrscht bei handelsüblichen, normal eingestellten Kühlschränken eine Temperatur von etwa 5 Grad Celsius. Hier herrscht eine gute Temperatur für die Lagerung von Milchprodukten wie Sahne, Frischkäse oder Quark. Auch Käse kann hier gelagert werden, auch wenn er es eigentlich nicht so kalt braucht.

Kühlschrank-Temperatur 7 Grad, das obere Fach

Denn eigentlich ist Käse hier am besten aufgehoben: im obersten Fach, wo üblicherweise Temperaturen um die 7 Grad herrschen. Im obersten Fach des Kühlschranks können auch Vorgegartes, bestimmte Wurstsorten wie Salami oder auch gekochter Schinken gut aufbewahrt werden - oder aber der Rest des Abendessens von gestern. 

Kühlschrank-Temperatur 9 Grad, das Gemüsefach

Wie bereits beschrieben, kann die Kälte im Kühlschrank durch die durchgezogene Glasplatte und die Schubladen nicht in Gemüsefach absinken, wo dann angenehme 9 Grad herrschen. Perfekt für Obst und Gemüse. Wer die Möglichkeit zweier separater Schubladen hat, sollte Obst und Gemüse trennen.

Das Gemüsefach im Kühlschrank ist mit einer durchgehenden Scheibe und oft auch einer Schublade abgetrennt. Imago/Shotshop

Kühlschrank-Temperatur 9 Grad, die untere Hälfte Kühlschranktür

Hier rät die Verbraucherzentrale Getränke, offene Säfte und auch Milch zu lagern. Frische Kuh-Milch sollte auch, wenn sie noch geschlossen ist, in den Kühlschrank. H-Kuh-Milch, sowie Milchalternativen aus Hafer oder Soja sollten erst nach dem Öffnen in den Kühlschrank.

Kühlschrank-Temperatur 9 - 10 Grad, die obere Hälfte Kühlschranktür

Hier kann es nochmal ein bisschen wärmer sein. Dennoch herrscht hier die richtige Temperatur für Lebensmittel wie Marmeladen, Butter und auch Eier. Laut Verbraucherzentrale halten sich Eier bei 10 bis 12 Grad drei bis vier Wochen - also das komplette Mindesthaltbarkeitsdatum, das immer 28 Tage vom Legetag entfernt liegt.

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Lagern die Eier bei 2 bis 6 Grad kann ein rohes Ei sogar bis zu 6 Wochen frisch bleiben. Ist das MHD aber überschritten, gilt: Jetzt sollte das Ei nur noch durchgegart zubereitet werden.