Farben für Tattoos sollen laut EU-Verordnung ab 4. Januar verboten werden. imago images/Panthermedia

Dass sich ein frisch gestochenes Tattoo entzünden kann – dieses Risiko gehen Fans der Körperkunst wohlwissend ein. Dass ein Tattoo aber noch Jahre später ein gesundheitliches Risiko darstellen kann, fehlt im gesellschaftlichen Bewusstsein fast gänzlich. Allergien, toxische Stoffe – im Zusammenhang mit Tattoos wird darüber kaum gesprochen. Bis jetzt! Denn nun hat die EU ein Verbot auf den Weg gebracht: Ab 4. Januar sind neue Tattoos dann fast nicht mehr möglich!

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Worum geht es in der Verordnung zum Verbot von Tattoos?

Die Verordnung kommt von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), die dafür zuständig ist, Menschen und Natur vor den Risiken, die durch Chemikalien entstehen können, zu schützen. Die meisten derzeit verkauften und genutzten Tattoo-Farben enthalten Chemikalien, die nach der neuen Verordnung als „gefährlich“ eingestuft sind. Wer aber trotzdem nicht auf den bunten Körperschmuck verzichten kann und will, sollte sich nun beeilen.

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Welche Farben für Tattoos sollen verboten werden?

Eigentlich fast alles, was bunt ist. Bei allen marktführenden Herstellern werden bis zu 65 Prozent aller Farbtöne wegfallen. Schwarze Tattoos wären noch möglich, allerdings eingeschränkt. Auch hier gibt es auf dem Markt Farben, die aufgrund von Inhaltsstoffen verboten werden.

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Tattoo-Farben werden verboten, Tätowierer gehen auf die Barrikaden. imago images/Panthermedia

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Warum will die EU bunte Tattoos verbieten?

Hintergrund für die Empfehlung der ECHA ist, dass die Pigmente in der Kosmetikverordnung für Haarfarben verboten sind. Tattoo-Farben gelten nicht explizit als Kosmetika, werden aber dazu gezählt. Deshalb soll hierfür ebenfalls ein Verbot kommen.

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Woraus bestehen Tattoo-Farben?

Eine der größten Herausforderungen bei der Risikobewertung liegt in den unterschiedlichen Inhaltsstoffen der Tätowiermittel. Es gibt organische und anorganische Pigmente, die mit verschiedensten Zusatzstoffen wie Binde- und Konservierungsmitteln versetzt sind. Mit jedem zusätzlich verwendeten Stoff fällt die Bewertung der möglichen gesundheitlichen Folgen schwerer.

Viele Tattoo-Farben stellen laut EU eine Gesundheitsgefahr dar. imago stock&people

Sind Tattoos gesundheitsbedenklich?

Trotz ihrer großen Verbreitung werden Tattoos bislang selten im Zusammenhang mit gesundheitlichen Risiken diskutiert. Dabei können Tätowierungen unerwünschte gesundheitliche Folgen haben wie Infektionen, Entzündungen, Narben und Allergien, erklärt das Bundesministerium für Risikobewertung. Zudem seien Langzeitwirkungen möglich, über die bislang kaum Erkenntnisse vorliegen. „Farbpigmente von Tattoos bleiben nicht lokal unter der Haut, sondern wandern im Körper“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Durch UV-Licht und Alterung zerfallen manche Pigmente in toxische Substanzen.“ Sowohl Sonnenbaden als auch Tattoo-Entfernung mittels Lasertechnik können deshalb für Tätowierte gesundheitlich riskant sein. Die BfR-Nachwuchsgruppe Tätowiermittel-Forschung beschäftigt sich zudem mit der These, dass bestimmte Pigmente Allergien hervorrufen.

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Wohin wandern die Pigmente von Tattoos im Körper?

Beobachtungen einer Maus-Studie des BfR haben gezeigt, dass die Lymphknoten von Tätowierten oft vergrößert und farbig sind. Ein Großteil der Pigmente und damit auch die toxischen Bestandteile lagern sich in den nahe gelegenen Lymphknoten ab.

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Was sagen Tätowierer dazu?

Es steht eine ganze Branche vor dem Aus. Die vom langen Lockdown eh schon stark gebeutelten Körperkünstler bangen um ihre Existenz. Deshalb wehren sich die Tätowierer jetzt: Mit der Petition „Save The Pigments“ wollen Tätowierer aus ganz Europa gegen die neuen Einschränkungen vorgehen. Rund 53.000 Unterstützer aus ganz Europa setzen sich aktuell dafür ein, dass wichtige Pigmente in der Farbpalette für Pigmentierungen und Tätowierungen erhalten bleiben. Sie fürchten, dass das Verbot gar nichts bringt, da Freunde der Tattoo-Kunst dann einfach ins nicht-europäische Ausland gehen oder viele schwarze Schafe illegal mit den Farben weiterarbeiten.