Nicht alles, was in Altkleidercontainern landet, wird auch zur Kleiderspende. Das liegt an den Betreibern, aber auch an den Spendern selbst. Imago/Hanno Bode

Das dürfte in vielen Haushalten immer mal wieder vorkommen: Nach einigen Jahren finden sich im Schrank einige Kleidungsstücke, die man schon lange nicht mehr getragen hat – oder andere, aus denen das jüngste Kind bereits rausgewachsen ist und auch kein neues auf dem Zeugungsplan steht. In solchen Fällen gibt es drei Möglichkeiten: Sie kennen jemanden im Bekanntenkreis, der die Klamotten abnimmt. Sie verkaufen sie im Netz oder auf Flohmärkten oder Sie spenden sie. Doch dabei kann man einiges falsch machen, mit einigen Tipps sollte Ihre Spende aber zum richtigen Abnehmer kommen.

Altkleider: Nicht jede Spende wird zum Second-Hand-Produkt

Das Grundproblem der Kleiderspende wurde vor rund zehn Jahren in der viel beachteten NDR-Doku „Die Altkleiderlüge“ aufgedeckt: Längst nicht alles, was Menschen in die zahlreichen Altkleider-Container werfen, landet am Ende auch tatsächlich als Second-Hand-Klamotte in den Schränken armer Menschen.

Einiges wird zu Putzlappen und Malerflies verarbeitet, ein besonders unbrauchbarer Teil verbrannt und ein sehr großer Teil vor allem nach Afrika verkauft. Dort steht es im Verdacht, die ansässige Textilindustrie zu zerstören. Das liegt auch daran, dass in Deutschland und anderen Ländern des globalen Nordens viel „Fast Fashion“, also günstig hergestellte Kleidung, gekauft und von einigen kaum länger als eine Saison getragen wird.

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Ein Foto aus einer indischen Textilfabrik. Hier werden alte Klamotten aus aller Welt zu Putzlappen recycelt. Imago/Pacific Press Agency

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Nie war so viel Kleidung im Umlauf – und nie wurde so viel weggegeben oder weggeworfen. Für all die Massen an getragener Kleidung kann es kaum Abnehmer geben.

Tatsächlich sind es nicht nur Geschäftemacher, die ihre Altkleiderspenden ins Ausland verkaufen, sondern auch karitative Träger. Die finanzieren mit ihren Altkleider-Einnahmen aber immerhin andere Projekte und sorgen so dafür, dass die Spende letztendlich doch noch einen guten Zweck erfüllt. Doch im Altkleider-Container-Wald den richtigen Container zu finden, hinter dem auch wirklich eine karitative Einrichtung steht, ist nicht so einfach.

Altkleider: Geschäftemacher von gemeinnützigen Organisationen unterscheiden

Denn auch viele Geschäftemacher werben auf ihren Containern mit einem abgebildeten roten Kreuz oder einer Aufschrift, dass sie helfen. Doch es gibt ein Logo, auf das Sie achten können: „FairWertung“.

Container, die dieses Siegel tragen, arbeiten gemeinnützig, verkaufen die Waren auch in eigenen Läden, bezahlen ihre Mitarbeitenden fair und sorgen auch in anderen Bereichen für Transparenz. Finden kann man diese Container auf einer interaktiven Karte im Netz.

Altkleider direkt an Kleiderkammern spenden

Ein anderer Weg, die Altkleider direkt zu den Kleiderkammern zu bekommen, ist sie direkt dort abzugeben. Das deutsche Rote Kreuz hat beispielsweise auf seiner Internetseite auch eine Suchfunktion, wo sich seine Kleiderkammern befinden. Ähnlich ist das bei der Caritas. Weitere Kleiderkammern finden sich auf der Seite wohindamit.org, die Sachspender und Organisationen, die diese verteilen, zusammenbringen will.

In Berlin können Sie zudem direkt an die Kleiderkammer der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße spenden. Dort sind vor dem Eingang eigene Container aufgebaut, die täglich gelehrt werden.

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Die Altkleider-Container der Berliner Stadtmission stehen direkt vor dem Gebäude. Imago/Jürgen Held

Altkleider: So können Sie direkt an gemeinnützige Einrichtungen spenden

Zudem haben Sie auch die Möglichkeit, direkt an eine soziale Einrichtung wie ein Frauenhaus, eine Obdachlosenunterkunft oder ähnliches zu spenden. Aber obacht: Nicht alle Einrichtungen brauchen immer das gleiche. Rufen Sie, wenn Sie spenden wollen, vorher die Träger gemeinnütziger Organisationen in Ihrer Stadt an. In Berlin hat die BSR zudem eine Seite im Netz eingerichtet, auf der gemeinnützige Organisationen angeben können, was sie brauchen. Auch die Seite „Wohin damit“ hilft hier wieder.

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Wichtig bei der Kleiderspende ist aber nicht nur, was nach dem abgeben passiert, sondern bereits zuvor. Denn auch Spender machen immer wieder Fehler! So sollte gespendete Kleidung nicht nass, kaputt oder fleckig sein. Je besser sie erhalten ist, umso wahrscheinlicher wird sie noch einmal getragen. Shirts und Hosen mit Löchern können nicht mehr weitergegeben werden.