Am Telefon geben sich derzeit Verbrecher als Europol aus.
Am Telefon geben sich derzeit Verbrecher als Europol aus. Imago/Fotostand

Eine neue Betrugsmasche greift in Deutschland um sich. Das Vorgehen ist dabei nicht neu, schließlich scheint es sich aus der Sicht der Betrüger um einen ziemlich cleveren Schachzug zu handeln. Denn die Kriminellen verbergen sich hinter einer Organisation, die vielen Menschen als sehr vertrauenswürdig gilt: die Polizei. In diesem Fall die europäische Polizeibehörde Europol.

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Europol-Betrug: So gehen die Kriminellen vor

Wie es in einer Pressemitteilung auf der Homepage von Europol heißt, häufen sich derzeit Anrufe vermeintlicher Europol-Mitarbeiter. Zur Tarnung fälschen die Kriminellen ihre Anrufer-ID, um die wahre Quelle des Anrufs zu verschleiern. Den Menschen, die ans Telefon gehen, werde dabei vorgegaukelt, sie seien in schwere Straftaten verwickelt oder seien Opfer von Identitätsdiebstahl geworden. Anschließend folgt eine Zahlungsaufforderung.

Aufmerksam wurde Europol auf den Betrug durch gefälschte Schriftstücke, die offenbar auch von den Betrügern in Umlauf gebracht worden sind. In Mails und Briefen wurde unter anderem Bezug auf die hochrangigen Europol-Mitarbeiter Catherine De Bolle, Jean-Philippe Lecouffe und Jürgen Ebner genommen.

Europol: So schützen Sie sich vor Telefon-Betrug

Europol stellt in der Pressemitteilung klar, dass es sich bei den verschiedenen Formen der Kontaktaufnahme um einen Betrug handle. „Weder Europol noch seine Mitarbeiter würden sich jemals direkt an die Öffentlichkeit wenden, um sofortige Maßnahmen zu fordern oder Einzelpersonen mit der Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen zu drohen“, stellt die Behörde klar. „Europol verhängt keine Bußgelder und kontaktiert keine Mitglieder der Öffentlichkeit, um Zahlungen zu verlangen.“

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Sollten Sie dennoch eine verdächtige Mail oder einen Anruf erhalten, der Ihnen vorgaukelt, im Auftrag von Europol zu handeln, rät die Behörde, diese Kontaktaufnahme direkt bei der örtlichen Polizei anzuzeigen. Die Dienststellen setzen sich dann bei Bedarf mit Europol in Verbindung. Europol selbst tritt in der Regel nämlich nicht nur nicht mit Menschen in Kontakt, sondern nimmt auch keine Meldungen direkt entgegen.