Abzocke an der Supermarkt-Kasse? Wenn Produkte an der Kasse plötzlich teurer sind, als ausgepriesen, kann man sie zurückgeben.
Abzocke an der Supermarkt-Kasse? Wenn Produkte an der Kasse plötzlich teurer sind, als ausgepriesen, kann man sie zurückgeben. imago images/Eibner Europa

Achtung, Abzocke! Im Supermarkt wird alles teurer. Was wir alle im Portemonnaie deutlich spüren, spiegeln auch die aktuellen Zahlen wieder: Speiseöle verzeichnen einen Preisanstieg von 44,5 Prozent, Molkereiprodukte und Eier sind 26,8 Prozent teurer geworden, bei Fleisch und Fleischwaren gibt’s ein Plus von 18,6 Prozent und Brot ist um 17,1 Prozent teurer geworden. Da freut man sich doch, wenn man heutzutage noch mal ein Lebensmittel zum Schnäppchenpreis bekommt. Gäbe es da nicht diesen einen Haken!

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„Als wären die steigenden Lebensmittelpreise nicht schon genug, scheint es in Berliner Supermärkten aktuell noch ein weiteres Problem zu geben: Viele Verbraucher aus Berlin bemerken auf dem Kassenbon höhere Preise für einige Lebensmittel, als am Regal ausgezeichnet war“, macht die Verbraucherzentrale Berlin auf ein aktuelles Problem aufmerksam.

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Preis-Schock an der Kasse: DAS können Sie tun

Wer sich also den Korb mit vermeintlichen Schnäppchen füllt und an der Kasse trotzdem den Preis-Schock bekommt, der sollte dringend seinen Kassenbon kontrollieren – und zwar sofort!

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„Im besten Fall kontrollieren Sie beim Scannen der Artikel direkt den Preis. Wenn das nicht möglich ist, weil Sie mit dem Einpacken beschäftigt sind, sollte direkt im Laden der Kassenbon überprüft und auf das Problem aufmerksam gemacht werden“, sagt Sabrina Schulz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Berlin.

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Lebensmittel, darunter Sonnenblumenöl und Getreideprodukte, liegen in einem Supermarkt an der Kasse auf dem Band. Wenn man nach dem Kassieren falsche Preise feststellt, sollte man sich sofort beschweren.
Lebensmittel, darunter Sonnenblumenöl und Getreideprodukte, liegen in einem Supermarkt an der Kasse auf dem Band. Wenn man nach dem Kassieren falsche Preise feststellt, sollte man sich sofort beschweren. Hendrik Schmidt/dpa

Was man dazu wissen muss: Die Preisschilder am Regal sind für die Supermärkte, ähnlich wie Angebote im Internet, nicht bindend. Sie laden juristisch betrachtet lediglich zum Kauf ein. Der Kauf selbst findet an der Kasse statt – und dort geschieht rein rechtlich betrachtet auch erst die Vereinbarung über den Preis.

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Und dann? Müssen Aldi, Lidl und Co. den günstigeren Preis gewähren? Nein! Da hilft im Zweifel nur, den Artikel zurückzugeben. „Der Supermarkt ist zwar nicht verpflichtet, Ihnen den Artikel zum günstigen Preis zu geben, aber Sie haben das Recht, den Kauf rückgängig zu machen“, erklärt Verbraucherschützerin Sabrina Schulz.

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Falsche Preise dürfen keine Abzock-Masche sein

Das gilt allerdings nur, wenn einem der falsche Preis direkt auffällt. „Wenn erst bei der Kontrolle zu Hause die Unterschiede auffallen, dann ist man auf die Kulanz des Händlers angewiesen“, erklärt die Verbraucherzentrale.

Übrigens: Prinzipiell sind Supermärkte verpflichtet, ihre Produkte richtig auszupreisen. Dass es jedoch auch mal vorkommen kann, dass ein Preisschild zu spät gewechselt wird, ist menschlich. Nur eine vorsätzlich falsche Preisauszeichnung verstößt gegen gesetzliche Vorgaben und wird als Ordnungswidrigkeit behandelt.

In den vorliegenden Fällen – auch wenn sie sich derzeit häufen – gehen die Verbraucherschützer nicht von einer Masche aus, um Kunden bewusst abzuzocken.