Glücklos gegen Schalke: Taiwo Awoniyi verpasste einige gute Chancen. Foto: Imago/Matthias Koch

Es war schon ein bisschen zum Verrücktwerden. 19 Mal donnerten die Eisernen am Sonnabend beim 0:0 gegen den FC Schalke 04 auf den Kasten von Gästekeeper Ralf Fährmann, kein einziger Ball ging rein. Auch, weil nur drei der Schüsse nicht neben oder über das Tor gingen. Zu wenig, fand auch Trainer Urs Fischer und erklärte am Tag danach: „Mit so vielen Möglichkeiten musst du das Spiel gewinnen. Das sieht die Mannschaft, zum Glück, genauso.“

Die Eisernen scheinen nach fünf Spielen ohne Sieg ein Sturmproblem zu haben. Denn in den fünf Partien, vom 0:1-Hinrundenfinale gegen RB Leipzig bis zum Torlos-Remis gegen die Schalker, erzielten die Unioner nur zwei Treffer. In den letzten beiden Begegnungen gelang gar kein eigenes Tor, die zwei Treffer zuvor erzielten überdies mit Robin Knoche und Marcus Ingvartsen ein Abwehrspieler und ein, naja, offensiver Mittelfeldspieler.

Dabei haben die Köpenicker seit der Genesung von Joel Pohjanpalo und der Leihe von Petar Musa wieder mehr Optionen als noch vor einigen Monaten. Trotzdem: Die Kugel will einfach nicht rein. Zwei Hochkaräter verballerte allein Taiwo Awoniyi gegen Schalke. „Mit seinen Möglichkeiten hat er ein Topspiel geliefert. Er hatte wenig Ballverluste, war unermüdlich, hat immer wieder die Tiefe angegriffen. Ich fand die Aktionen von Taiwo sehr erfrischend“, konterte Trainer Fischer und nahm seinen Torjäger in Schutz. Überhaupt war der Schweizer bemüht, die Kirche trotz der sieglosen Serie im Dorf zu lassen: „Das ist jetzt einfach die Situation, die wir schnellstmöglich überstehen müssen. Aber mehr, als daran zu arbeiten, können wir auch nicht machen.“

Helfen kann dabei ein Spieler vom Kaliber eines Max Kruse. Der Offensivstar bekräftigte schon in den vergangenen Tagen auf seinem Instagram-Kanal, dass er für das Spiel in Freiburg am kommenden Sonnabend bereitstünde. „Möglich ist, dass er eine Option für Freiburg ist“, bestätigte Fischer, erinnerte aber: „Man darf nicht vergessen, dass er zweieinhalb Monate gefehlt hat.“ Derzeit befinde sich der frühere Nationalstürmer im Aufbautraining, würde Teile des Mannschaftstrainings mitmachen, aber auch individuell trainieren. 

Allerdings bekräftigte der Trainer der Unioner: „Natürlich könnte Max uns helfen, aber das alles an ihm aufzuhängen, wäre falsch. Ich glaube nicht, dass wir besser das Tor treffen, wenn Max Kruse auf dem Feld steht. Am Ende ist es eine Mischung aus Leichtigkeit, Gier und Entschlossenheit, die wir zeigen müssen.“

Für die Eisernen gilt es nun, diese drei Aspekte schnellstmöglich wiederzufinden. Denn auch, wenn noch immer ein dickes Punktepolster zwischen den Unionern und den Abstiegsrängen liegt, muss das ja nicht unbedingt Woche für Woche schrumpfen.