Vor fast zwei Jahren trafen Uwe Neuhaus und Urs Fischer in der Alten Försterei aufeinander. Foto: Imago Images/Contrast

Fast zwei Jahre ist es her, da trafen Uwe Neuhaus und Urs Fischer das letzte Mal im Stadion An der Alten Försterei aufeinander, trennten sich mit 1:1 und schlugen danach ihre ganz eigenen erfolgreichen Wege ein. Am Sonnabend treffen sie nun wieder aufeinander, in der Bundesliga.

Was für ein wilder Ritt. Unions Rekordtrainer Neuhaus, der von 2007 bis 2014 die Eisernen trainierte, ist mit Arminia Bielefeld im Sommer endlich der Aufstieg ins Oberhaus gelungen. Den hatte man ihm als Übungsleiter der Eisernen so gewünscht, teilweise aber auch nicht so recht zugetraut. Fischer war das im vergangenen Jahr gelungen. Damit macht sich der Schweizer in der kurzen Zeit ähnlich unsterblich, wie Neuhaus. Und der wird noch immer, wenn denn Fans im Stadion An der Alten Försterei zugelassen sind, regelmäßig mit „Uwe, Uwe!“-Rufen begrüßt.

Bei allen Rührseligkeiten geht es aber dennoch um drei Punkte im Liga-Alltag. Hier hofft Urs Fischer darauf, dass die Mannschaft ihre Leistungen der vergangenen Wochen wiederholen kann. „Ich glaube, Leistungen zu bestätigen, ist ein Punkt, auf den ich Wert lege. Das machen wir momentan nicht schlecht. Entscheidend ist für mich, diese Ekligkeit beizubehalten.“

Aber sind die Eisernen gegen den Aufsteiger denn nun Favorit, oder nicht? „Für mich wird das ein Spiel auf Augenhöhe“, bekräftigt Fischer mit Nachdruck, rechnet aber auch nicht damit, dass seine Mannen zu selbstbewusst in die Partie gehen: „Ich hoffe, dass uns die fünf Spiele Selbstvertrauen gegeben haben, aber ich glaube nicht, dass wir uns deshalb überschätzen.“

Selbstvertrauen, das übrigens auch ein wenig mit Uwe Neuhaus zusammenhängt. Denn es war der 60-Jährige, der die Eisernen erst aus der damals noch drittklassigen Regionalliga Nord in die neu gegründete Dritte Liga und schließlich in die Zweite Bundesliga führte und dort dann tolle Erfolge wie den Derbysieg 2011 gegen Hertha BSC (2:1) bejubelte. Es waren Ereignisse wie dieses, die bei den Eisernen so ein bisschen die Hoffnung auf eine größere Zukunft weckten. Die zeigten, dass Union mit den Werten und Idealen des Klubs mehr Menschen berühren und erreichen kann als den verschworenen Haufen, der den Eisernen auch in der dunkleren Vergangenheit die Treue gehalten hat.

Neuhaus' tolle Arbeit bei den Unionern führten andere fort, Urs Fischer erwies sich schließlich als letztes Puzzleteil der Erfolgsgeschichte. Heute feiern die beiden eisernen Legenden ihr Wiedersehen.