Hertha-Legende Axel Kruse (55) staunt über den Blitz-Wechsel von Julian Ryerson vom 1. FC Union zum BVB.
Hertha-Legende Axel Kruse (55) staunt über den Blitz-Wechsel von Julian Ryerson vom 1. FC Union zum BVB. Matthias Koch/imago

Bevor das Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union am Sonnabend (15.30 Uhr) steigt, müssen die Herthaner noch gegen Wolfsburg (Dienstag, 20.30 Uhr) ran, die Eisernen reisen nach Bremen (Mittwoch, 20.30 Uhr). Doch das Berliner Stadtduell wirft natürlich seinen Schatten bereits voraus. Nach den Sticheleien von Hertha-Präsident Kay Bernstein sorgt nun Hertha-Legende Axel Kruse für Aufregung in Köpenick.

Der Unmut unter einigen Fans des 1. FC Union ist groß. In Köpenick fragt man sich: „Was erlauben Kruse?“

Worum es diesmal geht? Im RBB-Podcast „Hauptstadtderby“ widmen sich Kruse (55) und Ex-Union-Spieler Christian Beeck (51) regelmäßig den aktuellen Themen der beiden Klubs. Trotz der sportlichen Rivalität und Kruses Naturell als Lautsprecher geht es dabei außer manchen Frotzeleien stets freundlich zu.

Axel Kruse und Christian Beeck staunen über Ryersons Blitz-BVB-Wechsel

Ein Herthaner und ein Unioner: Axel Kruse und Christian Beeck plaudern über die Berliner Klubs im RBB-Podcast.
Matthias Koch/imago
Ein Herthaner und ein Unioner: Axel Kruse und Christian Beeck plaudern über die Berliner Klubs im RBB-Podcast.

Erstes, weil brandaktuelles Thema für Beeck diesmal: der Blitz-Wechsel von Julian Ryerson zu Borussia Dortmund. „Das war wirklich sehr überraschend, weil so eine Zweikampfbestie, der links wie rechts verteidigen und sogar im defensiven Mittelfeld aushelfen kann, haben wir eigentlich nicht noch mal im Kader“, erklärt Beeck.

1. FC Union: Ryersons Ausstiegsklausel im Winter schockt alle

Den ehemaligen Sportlichen Leiter (2005 bis 2011) des 1. FC Union wundert vor allem der Zeitpunkt: „Das ist eigentlich nicht unser Ablauf, da sind wir eigentlich besser vorbereitet. Dass wir den jetzt gehen lassen mussten, wegen einer Ausstiegsklausel und kurz vor Transferende, das hat mich getroffen.“

Auch Kruse staunt über den Ablauf des Ryerson-Wechsels: „Ich kann mir das eigentlich gar nicht vorstellen. Wenn da ein Vertrag gemacht wurde so wie kolportiert, dass ein Spieler im Winter aufgrund einer Ausstiegsklausel für die Summe x wegkann, dann ist das ein ziemlicher Managementfehler.“

Kruse und Beeck wundern sich über Union-Manager Ruhnert

Beeck stimmt Kruse zu, sagt: „Deswegen bin ich nicht gerade begeistert. Der Junge ist auch mehr wert als die fünf Millionen.“ Angesprochen auf die Klausel erklärt der gebürtige Rathenower: „Die soll es so gegeben haben, sonst hätte Union ihn behalten.“

Kruse wird dann noch mal konkreter, erklärt, wann Ausstiegsklauseln üblicherweise greifen: „Normalerweise machst du so was im April oder Mai. Wenn das so war, dann ist das ein ziemlicher Klops von Oliver Ruhnert (Unions Manager, d. Red.). Ich kann mir nicht vorstellen, dass Union so einen Fehler macht. Für mich ist das undenkbar.“

Unioner und Herthaner bereits in Derby-Stimmung

Dass Union tatsächlich keine Wahl hatte und vor allem völlig kalt erwischt worden war, hatte zuvor Cheftrainer Urs Fischer offen zugegeben: „Ich glaube, alle waren überrascht“, sagte Fischer. Ruhnert habe ihn angerufen und „gefragt, ob ich sitze“. Dann habe er ihm die Nachricht übermittelt.

Die Aufregung um Kruse zeigt also nur, dass viele Fans bereits in Derby-Stimmung sind. Kruse und Beeck beweisen dagegen, dass zwei Legenden einer Meinung sein können. Derby hin oder her.

Lesen Sie hier mehr über den 1. FC Union und Hertha BSC >>