Auf dem Weg ins Tor der Eisernen: Unions Neuzugang Loris Karius, der am Donnerstag im Test gegen Hannover ran darf. Foto: Matthias Koch

Donnerstag, 17 Uhr, Stadion An der Alten Försterei. Zweitligist Hannover 96 ist in Köpenick zu Gast. Und für den 1. FC Union wird dieser Test zum K.u.K.-Spiel.

Was weniger damit zu tun hat, dass der Kick vor Kunden – altertümlich auch Fans genannt – im Rahmen des Hygienekonzepts, das auch an Spieltagen gilt, stattfindet, sondern damit, dass es das Debüt von Loris Karius im Dress der Eisernen sein wird. Und der Kick auch für Max Kruse wichtig ist.

Letzterer hat ja in Gladbach als Joker und gegen die Rheinhessen für knapp eine Stunde mitgewirkt, aber nach dem 4:0 gegen Mainz hatte Kruse zugegeben, dass es ihm noch an Geschwindigkeit und Spritzigkeit fehlt. „So etwas holst du dir nur über Spiele“, hatte Urs Fischer oft gesagt. Folglich wäre dieses Spiel die Gelegenheit, dass der 32-Jährige noch ein paar Minuten mehr auf die Uhr kriegt. Damit er, wie von allen geplant, beim wichtigen Auswärtsspiel auf Schalke zu 100 Prozent da ist.

Jeremiah St. Juste unten, Unions Max Kruse obenauf! Unions Kreativspieler will gegen Hannover weitere Minuten auf die Uhr kriegen.  Foto: Andreas Gora/dpa

In diesem Match gegen die Knappen gerät ja auch Liverpools Leihgabe Karius ins Visier. Da gilt heute das Motto: Willst Karius sehen, musst du zu Union gehen. Auch wenn einige Aberwitzige Union schon wieder Unverantwortlichkeit wegen der steigenden Infektionszahlen unterstellen. Doch da sollte man sich auch mal durch den Kopf gehen lassen, was Manager Oliver Ruhnert dazu anmerkt: „Es ist bisher kein einziger Brennpunkt nach irgendwelchen Stadionbesuchen bekannt.“

Zurück zu Karius. Gegen den FSV musste er noch auf der Bank Platz nehmen, weil er nur ein paar Trainingseinheiten mit dem Team absolviert hatte. Andreas Luthe bekam noch mal den Vorzug. Doch gegen die Knappen will Karius endgültig zwischen den Pfosten bei den Eisernen stehen. Da wäre ein starker Auftritt gegen die Niedersachsen hilfreich, wenn auch nicht ausschlaggebend. Aber zumindest sollte hier auch Karius eine bessere Bindung zum Team kriegen, selbst wenn Trainer Urs Fischer vornehmlich die Akteure zum Zug kommen lassen wird, die zuletzt weniger in Erscheinung treten konnten.

So ist natürlich auch mit Keita Endo zu rechnen. Das gleiche gilt auch für Taiwo Awoniyi. Für sie gilt eben auch: je schneller sie sich an die Kollegen gewöhnen, umso besser.