Nach Mätzchen mit Unions Keeper Andreas Luthe machte Anthony Modeste auch Mätzchen mit seinem Trainer Steffen Baumgart, indem er ihm die Schiebermütze vom Gesicht klaute nach dem 2:2. imago/Revierphoto

Auswärts ein Punkt ist eigentlich nie so ganz übel. In Köln mit einem 2:2 (1:2) nach Hause zu fahren, ist also eher positiv zu werten. Doch wie in Stuttgart vor zwei Wochen gibt der 1. FC Union in der Schlussphase einen Dreier aus der Hand, den man eigentlich schon als eingetütet betrachtet hatte.  

Folglich überwog im ersten Moment eher die Enttäuschung. „Ich glaube schon, dass es möglich war hier zu gewinnen. Köln hat uns zwar das Leben schwer gemacht. Aber ich denke trotzdem das wir hier was mitnehmen müssen. Dass es nur ein Punkt ist, ist etwas bitter“, machte Andreas Luthe nach dem Abpfiff aus seinem Herzen keine Mördergrube.  

Zuzuschreiben hatten sich die Köpenicker einmal mehr selbst. Dann nach einem furiosen Beginn, bei dem Anthony Modeste für die Hausherren die Führungstreffer markiert hatte (7.) und Julian Ryerson mit dem 1:1 (9.) postwendend die richtige Antwort parat hatte, geschah lange Zeit erst einmal nichts. Weil Union einfach nichts zuließ! 

Luthe und Modeste im Disput

Sicher, die Hausherren hatten deutlich mehr Ballbesitz. Aber sie kamen nicht hinter die Linien von Union, kamen nicht zu Flanken. Die Eisernen glänzten einmal mehr in ihrer Lieblingsdisziplin den Gegner zu nerven und zu stressen. 

Was auch Modeste frustrierte. So sehr dass er sich mit Luthe Mätzchen lieferten, diesen versuchte daran zu hindern, seien Mauer zu bauen bei einem Freistoß, indem er ihm vor der Nase herumtänzelte. Was eine kleinere Schubserei und einen etwas länger andauernden Disput sowie zwei Gelbe Kartons zur Folge hatte. Emotionen halt Ich habe ihm gesagt, was ich davon halt. So richtig sportlich fair war das nicht. Aber jetzt ist wieder gut, hatte sich Luthe dann auch nach dem Schlusspfiff beruhigt. 

Dass Union kurz vor dem Pausentee sogar noch in Führung ging, zeigte die Cleverness der Köpenicker. Gut begünstigt durch einen Fehler der Hausherren. Aber Fußball ist nun einmal ein Fehlerspiel. Czichos lässt sich im Pressing leichtfertig den Ball abjagen,  Grischa Prömel und Genki Haraguchi spielen quasi Doppelpass. Aus zehn Metern schiebt Ersterer dann leicht abgefälscht ein, Kölns Keeper Horn ist machtlos. Übrigens das erste Tor eines Mittefeldspielers in dieser Spielzeit. Die übrigen 16 Treffer gegen auf die Konten der Angreifer (11) und der Abwehr (5). 

Modest reißt Union aus Siegesträumen

Warum es dann doch nicht für den Dreier reichte, obwohl Union in Durchgang zwei die Kölner mehr und mehr in ihre Hälfte drängten, fasste Luthe ganz gut zusammen. „Du musst sie eigentlich mit einem Konter bestrafen Wir haben tolle Kontersituationen und spielen sie nicht zu Ende. Das ist ein bisschen schade“, merkte Uniosn Schlussmann an.  

So kam es dass Modeste per Kopf nach einer Ecke in der Schlussphase, die ähnlich hektisch wirkte wie die ersten zehn Minuten, dann noch einmal zuschlug (86.). Was Urs Fischer zwar ärgerte, aber seine Meinung zum Gesamteindruck der Eisernen nicht schmälerte. „Wir haben ein richtig tolles Spiel gemacht. Und das nach so vielen Spielen in den letzten Wochen“, so Unions Trainer. 

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