Michael Parensen sitzt zusammen mit seiner Frau Antonia und seinen beiden Kindern bei einem Union-Spiel auf der Tribüne. Foto: Matthias Koch

Was für ein Jahr. Im wahrsten Sinne des Wortes. Zwölf Monate lang hielten Hertha BSC und der 1. FC Union die Hauptstadt in Atem. Langweilig war echt anders! Hier vier Trainer in einer Spielzeit, Stadtmeisterschaft, Geldsegen von Lars Windhorst, verbunden mit dem Ziel, sich endlich im Konzert der Großen zu etablieren. Dort wackerer Abstiegskampf, vorzeitige Rettung und der Abtritt eines Urgesteins. All das in Zeiten von Corona. Geisterspiele statt begeistertem Publikum. Schön ist anders. Doch am Ende lagen die Hauptstadt-Rivalen in der Tabelle friedlich nebeneinander, getrennt nur durch die Tordifferenz. Das hätten beim Ligastart im August 2019 wohl nur wenige für möglich gehalten. Seit Dienstag lesen Sie im KURIER die großen Serien über Hertha und Union.

Für Parensen wird der Alltag zum Abenteuer

Teil 2: Als die Eisernen Michael Parensen mitteilten, dass er keinen neuen Vertrag mehr bekommt, gab es für ihn natürlich Gesprächsbedarf. Vor allem zu Hause mit seiner Frau Toni. „Sie fand es sehr schade, weil sie es sich nicht vorstellen konnte. Der Profirhythmus hat unser Leben natürlich sehr stark bestimmt. Dieser Sport mit all seinen Annehmlichkeiten. Es kann sich ja jeder selbst vorstellen: Wenn sich ein Leben relativ grundlegend ändert, kann das auch schon viel mit Ungewissheit und ein bisschen Unbehagen einhergehen. Deswegen haben wir schon darüber diskutiert und müssen uns nun ein bisschen zusammenraufen - in Anführungszeichen - und einen gemeinsamen Weg für die Zukunft finden“, sagte der 34-Jährige beim Podcast Plattsport.de rückblickend über die ersten Tage nach dem Ende seiner aktiven Karriere.

Denn das ist ja schon mal klar: „Wir müssen jetzt einen Weg finden, wie jetzt meine und Tonis Arbeitswelt als Schauspielerin in Einklang zu bringen sind. Das wird interessant.“

Parensen hat schon eine Vorahnung, was sein Wechsel auf die Union-Geschäftsstelle so mit sich bringt: „Kann sein, dass ich früher anfangen muss zu arbeiten als zu Profizeiten. Die Arbeitszeiten sind vielleicht einen Tick geregelter, aber dafür länger. Dann ist das zum einen so, dass ich Tage vielleicht auch mal besser planen kann, vor allem auch mal Wochenenden habe, wo ich dann zu Hause bin. Im Gegensatz dazu wird es aber auch so sein, dass ich vielleicht mal nachmittags oder ein bisschen später nach Hause komme“, sieht er eine beträchtliche Umstellung auf das Familienleben zukommen.

Nachvollziehbar, irgendwie. „Ich muss sagen: Ich habe die Zeit natürlich jetzt schon extrem genossen als Fußballprofi. Wenn das so, wie wir das gemacht haben – in der Regel wurde um 10 Uhr trainiert –, ist, bist du dann auch rechtzeitig zu Hause. Und es war eigentlich ja so, dass ich fast jeden Nachmittag, wenn wir da nicht gerade ein Auswärtsspiel hatten und unterwegs waren, eben mit den Kindern verbracht habe. Das wird sich wahrscheinlich auch ein bisschen ändern“, sagt der gebürtige Bad Driburger. Und ergänzte: „Das wird ein Abenteuer. Für mich ist es halt nicht das Normale, von morgens bis abends im Verein zu sein. Das wird auf jeden Fall eine neue Herausforderung für mich.“

Am Donnerstag lesen Sie: Gentners Weckruf als Signal für gesamte Saison.