Oliver Ruhnert mit Dortmunds Trainer Edin Terzic, der als Spieler mal von Unions Manager bei den Sportfreunden Oestrich-Iserlohn gecoacht wurde.
Oliver Ruhnert mit Dortmunds Trainer Edin Terzic, der als Spieler mal von Unions Manager bei den Sportfreunden Oestrich-Iserlohn gecoacht wurde. Imago/Matthias Koch

Man kommt dieser Tage nicht umhin, sich Sorgen zu machen um den 1. FC Union. Nicht, dass sie abheben oder die Bodenhaftung verlieren. Die wissen immer noch ganz genau, wo sie herkommen. Aber man muss festhalten, dass die Eisernen seit Wochen in der Tabelle stagnieren, keine echte Entwicklung mehr auszumachen ist, seitdem die Köpenicker in Köln Anfang September mit 1:0 gewonnen hatten. Dies ist umso bedenklicher, wenn man mit einbezieht, dass die Elf von Urs Fischer ja durch die Bank nur mit Teams zu tun hatten, die im Ligaranking hinter ihnen logieren!

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Kleiner Scherz. Mehr als Platz eins geht ja nicht, wenn man nach oben schielt. Aber anders ist diese unwirklich anmutende Ist-Situation nun wirklich kaum noch zu verarbeiten, ohne vor Glück zu platzen. Und doch gibt es dieser Tage ein paar Äußerungen von Manager Oliver Ruhnert, die einen aufhorchen lassen. In einem vierseitigen Porträt des Fachmagazins Kicker (Montagausgabe) deutete der 50-Jährige erstmals seinen Abschied aus Köpenick an.

Ruhnert äußert sich zu seiner Zukunft

Wenn es am schönsten ist, soll man gehen, sagt ja der Volksmund. Doch darüber muss der Union-Fan im Hier und Jetzt nicht zittern. Ruhnerts Gedanken sind eher mittelfristig angelegt. „Mich als Manager wird es keine zehn Jahre in der Bundesliga geben“, sagte der Manager des 1. FC Union.

Egal, wie sehr er es genießt, sich reden zu hören – und das tut er –, er ist uneitel genug, dass er sich diesen Knochenjob nicht ewig antun will, nur um im Rampenlicht zu stehen. Und entsprechend Kohle hat er inzwischen ja auch verdient.

Etwas mehr als vier Jahre sind von der angedachten Dekade bereits rum. Genau wie sein genialer Counterpart Urs Fischer ist die Spielzeit 2022/23 sozusagen seine fünfte Amtszeit. Hieße umgerechnet, dass er 2027 spätestens seinen Hut nehmen müsste, damit seine eigene Rechnung aufgeht.

Ruhnert, der nicht einmal beim Joggen richtig abschalten kann, weil seine kleinen grauen Zellen auch da endlos arbeiten, ist es zuzutrauen, dass er das ernst meint. „Mit diesem Job gehst du schlafen und du stehst damit auf. Wenn ich merke, dass der Akku aufgebraucht ist, dann muss ich etwas anderes machen“, so seine Begründung.

Ruhnert hätte mit einem Schritt zurück kein Problem

Das könnte sogar ein Schritt zurück sein von der großen Bühne der Bundesliga. Wieder Chef eines Nachwuchsleistungszentrums zu werden oder als Chefscout für einen Profiklub Schnäppchen und Talente aufzuspüren, würde ihn nach wie vor reizen.

Letzteres wollte er ja in dieser Saison auch schon wieder ein bisschen mehr machen. Letztlich der Grund, warum Michael Parensen vom Ruhnert-Assistenten zum Technischen Direktor aufstieg. Damit der Sauerländer auch mal wieder mehr über die Plätze der Republik schauen kann.

Vielleicht verlängerte das ja seine Lust auf weitere Jahre als Kaderschmied des 1. FC Union. Weil das etwas sei, was ihm Spaß mache, und er es genießen kann. Etwas zu sehen, zu entdecken, was anderen verborgen blieb.

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