Lief von allen Eisernen im abgelaufenen Spieljahr die längste Distanz: Unions Kapitän Christopher Trimmel.  Foto:
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Kennen Sie noch den alten, von Loriot und Didi Hallervorden weit verbreiteten Sketch „Ja, wo laufen sie denn?“, der eigentlich auf das Duo aus dem Komiker Wilhelm Bendow und dem Schauspieler Franz-Otto Krüger von 1946 zurückzuführen ist? Passt hervorragend zum 1. FC Union. Wo sie auflaufen – in der Bundesliga –, ist bekannt. Aber wie sie laufen, das ist nicht ohne. 

Auch wenn heute mit einem Corona-Test und den ersten Medizinchecks eigentlich die neue Spielzeit beginnt, werfen wir noch einmal einen Blick zurück. In der Rangliste der abgespulten Kilometer kommen die Köpenicker in Deutschlands Eliteklasse im Vorjahr auf einen sensationellen zweiten Platz hinter Bayer Leverkusen. Beide Teams sind die einzigen, die die 4000er-Marke knacken. Die Werkself kommt auf 4056,66 km, Union liegt mit 4014,13 km knapp dahinter, aber immer noch deutlich vor Paderborn (3997,93 km).

Die Eisernen sind also wie der gute alte VW-Käfer: und läuft und läuft und läuft! Ist natürlich dem Pressingfußball von Urs Fischer geschuldet und ist ein gutes Stilmittel, um technisch beschlagenere Teams in Verlegenheit zu bringen. 

Felix Kroos hängte alle ab

Spitzenreiter bei den Köpenickern ist übrigens laut dem „Kicker“ der Capitano Christopher Trimmel mit 353,11 km, was ligaweit Platz 8 bedeutet. Ihm auf den Fersen ist Pferdelunge Robert Andrich, der auf 336,73 km kommt, aber zwei Spiele weniger auf dem Tachometer hat als sein Kollege (Platz 20). Was die durchschnittlich absolvierte Strecke angeht, liegt Andrich 11,78 km aber deutlich vor Trimmel mit 11,1 km.

Vier Kollegen kommen sogar auf Werte über 12! Für manche überraschend knackt Yunus Malli mit durchschnittlich 12,1 km pro 90 Minuten die Marke, muss sich aber hinter dem Trio Grischa Prömel (12,46 km), Julian Ryerson (12,65 km) und Felix Kroos (12,88 km) einordnen.

Der Weg zum angestrebten erneuten Klassenerhalt ist auch diesmal wieder lang. Diese Marathonqualitäten werden da sicherlich wieder gefragt sein. „Ich gehe davon aus, dass die Saison noch schwerer wird. Es wird keine Mannschaft mehr geben, die uns minimal unterschätzt“, weiß Trimmel, worauf es ankommt.