Christopher Lenz, Verteidiger bei den Eisernen. imago-images

Christopher Lenz muss nicht lange nachdenken um Worte dafür zu finden, was ihn und seine Kollegen bei den Eisernen gerade umtreibt. „Das ist mit Sicherheit die skurrilste Situation meines Lebens“, sagt der Senkrechtstarter, der nach wochenlangen, drögen Heimübungen in diesen Tagen trotzdem wieder etwas lachen kann.

Denn seit Montag sind die Unioner wieder im Trainingsbetrieb, dürfen endlich wieder das machen, was sie so sehr lieben: Fußball spielen! „Es macht Spaß, endlich wieder einen Ball am Fuß zu haben und auch wieder etwas Alltag zurückzubekommen“, erklärt der Linksverteidiger der Köpenicker in einem Videotelefonat.

Auf dem Programm stehen vor allem Technik- und Passübungen, doch weiterhin dürfen auch Ausdauereinheiten nicht fehlen. Denn: „Ich bin derzeit noch nicht wieder bei 100 Prozent, aber wir haben noch ein paar Wochen Zeit, um zu alter Stärke zu finden.“

Derzeit gehen sie bei den Eisernen davon aus, Anfang Mai in den Spielbetrieb zurückzukehren. Egal, ob es dann in einem Monat wirklich dazu kommt oder nicht – für die Kicker ist es wichtig, dieses Ziel vor Augen zu haben. „Wir arbeiten jetzt auf den Mai hin und sehen dann, was passiert“, weiß auch Lenz.

Denn alles ist besser, als weiter nur zuhause zu sitzen, abgeschottet von Freunden und Verwandten. „Meinen Onkel und meine Oma habe ich regelmäßig angerufen, sie gehören beide zur Risikogruppe“, erzählt Lenz, der sein bestes gegeben hat, soziale Kontakte vollständig zu vermeiden. Nur auf seine Mutter konnte er während der zähen Wochen des Wartens nicht verzichten. Ein einziges Mal hat er sie im Garten besucht, „da haben wir aber einen riesigen Abstand gehalten, mindestens acht Meter oder so.“ Ostern fällt bei dem Unioner gänzlich aus, „viel zu feiern gibt es derzeit ohnehin nicht.“

Was ihm bleibt, ist seine Playstation. „Für die hatte ich zuletzt viel Zeit“, erklärt der leidenschaftliche „Fortnite“-Zocker, der ein Angebot, Union bei der „Bundesliga-Home-Challenge“ an der Konsole zu vertreten aber ausschlug. „Ich wollte mich da nicht zweistellig abschlachten lassen“, erklärt er mit einem Zwinkern und ließ Julius Kade und Keven Schlotterbeck dem Vortritt.

Deren Spiele hat er aber alle live verfolgt: „Richtig mit Trikot vor dem Fernseher. Das war mein Fußball gucken zuletzt“, erklärt Lenz lachend. Es sind eben skurrile Zeiten…