Christopher Trimmel bei der Bundesligapremieren 2019 im Duell mit Yussuf Poulsen – beide standen sich schon beim ersten Aufeinandertreffen zwischen dem 1.FC Union und RB Leipzig gegenüber, 2014 siegten die Eisernen sogar.  Imago/Sven Simon

Schließt sich am Sonnabend ein Kreis?  1.FC Union gegen RB Leipzig (15.30 Uhr/Sky) ist die Schlusspaarung dieser großartigen Saison aus Sicht der Köpenicker. Dieses Duell, das vor knapp zwei Jahren die eiserne Ouvertüre für das Abenteuer Bundesliga bildete, ist nun das Finale furioso der Spielzeit 20/21. Und in Köpenick ist alles auf ein großes Crescendo eingestellt, dessen Schlussakkord einen Platz in Europa bringen soll. 

Es war ein Paukenschlag, der den Eisernen bei ihrem ersten Bundesligaauftritt um die Ohren dröhnte. 0:4 abgewatscht. Was fast alle an der Ligatauglichkeit des Aufsteigers zweifeln ließ. Selbst der ewige Daueroptimist Urs Fischer hätte sich damals nicht vorstellen können, dass sich die beiden Kontrahenten 21 Monate später unter den jetzigen Vorzeichen begegnen würden. 

Pohjanpalo muss passen

Bei der Bundesligapremiere der Eisernen war es alles ein bisschen zu viel gewesen. Die Freude über das erste Mal. Das Überfrachten des Augenblicks mit den Plakaten, die an verstorbene Unioner erinnerten. Der traditionelle Fanprotest gegen die Sachsen, der einen Kontrapunkt zu der vorherrschenden Grundaufgeregtheit bildete. Alles gepaart mit der Ungewissheit, was diese neue Liga für die Köpenicker bereit halten würde.

Vergangenheit! Dass es für Union am 34. Spieltag dieser Saison um etwas geht – und nicht nur den Klassenerhalt – ist ein Indiz dafür, wie das Team sich unter Fischer weiterentwickelt hat. Wie es allen Rückschlägen trotzte. Und auch diesmal geht Fischer mit den besonderen Umständen ohne Wehklagen um. Besonders mit der Sperre von Robert Andrich und dem blöden Ausfall von Joel Pohjanpalo, der aus Leverkusen eine nicht näher bezeichnete Blessur mitgebracht hat, die ihn am Spielen hindert. 

Fischer ist das nicht egal, aber er ist Pragmatiker. Und als solcher setzt er sich immer machbare Ziele. Wie zum Beispiel erstmals gegen Leipzig, in der Bundesliga zu punkten. Denn RB ist aktuell das einzige Team der Liga, gegen das Union in seinen zwei Spielzeiten noch mit leeren Händen dasteht.

Nur zu Zweitligazeiten gelang den Köpenickern mal ein Dreier. Es war anno 2014 die erste Niederlage der Roten Bullen im DFL-Bereich. Aus dem heutigen Team war nur Christopher Trimmel schon bei Union. Und diesen süßen Geschmack des Sieges würde er gern mit in die Sommerpause nehmen. 

Zuschauer in der Alten Försterei

Es ist wie vor der weihnachtlichen Bescherung. Auch wenn Fischer dem wenig Platz in seinem Kopf einräumt. Weil er eben Leipzig schlagen will, und weil er im Vierkampf mit Freiburg, Stuttgart und Mönchengladbach am Ende triumphieren möchte. Zumal ja auch endlich wieder Zuschauer in der Alten Försterei sein werden.

„Die Vorfreude ist groß“, meinte Fischer, nur um wieder den Mahner zu geben. „Wichtig ist, dass wir uns nicht zu fest freuen, sondern klar im Kopf bleiben und den Fokus hinbekommen“, so der Schweizer. Denn natürlich weiß er, dass König Fußball ihm am letzten Spieltag eine einfachere Aufgabe hätte bescheren können. 

PS.: Auch für Leipzigs scheidenden Coach Julian Nagelsmann schließt sich in der Alten Försterei ein Kreis. Sein erstes Spiel als Trainer der Sachsen war exakt die Auftaktpartie vor zwei Jahren gegen Union.