Ex-Herthaner Davie Selke kanns kaum glauben: Die Eisernen sind auch ohne Max Kruse richtig stark. Foto: imago images/Nordphoto

Kaum zu glauben, dass die Eisernen nach DIESEM Saisonstart mit 21 Punkten aus 13 Spielen wirklich noch jemanden in der Bundesliga überraschen. Doch ausgerechnet Werder Bremen, der Gegner der Köpenicker am Sonnabend (15.30 Uhr, Weserstadion), äußerte sich zuletzt doch erstaunt darüber, wie gut die Unioner den Ausfall ihres Spielmachers, des Ex-Bremers Max Kruse, aufgefangen haben.

„Ich muss ehrlicherweise zugeben, wie überrascht ich bin, dass Union seinen Ausfall in den letzten Wochen so gut aufgefangen hat. Ich dachte, ohne Max würde das spielerische Element fehlen. Aber das ist nicht der Fall“, zeigte sich da zum Beispiel Ex-Nationalspieler Clemens Fritz überrascht, der bei Werder als Chef der Profiabteilung fungiert.

„Sie spielen mit großer physischer Präsenz und ihre Standards sind unglaublich gefährlich“, lobte Fritz weiter, der „ein hartes Stück Arbeit“ auf die einstige Spitzenmannschaft von der Weser zukommen sieht.

Denn, weitaus weniger überraschend: Die Bremer gehören auch in dieser Saison eher zum unteren Tabellendrittel der Bundesliga, gewannen vor der Weihnachtspause schon wieder neun Spiele in Folge nicht, ehe ein schmeichelhaftes 1:0 gegen Mainz, mit einem Treffer in der 90. Minute, die Bilanz etwas verschönerte. Stars wie Milot Rashica und Nils Füllkrug fehlten zuletzt verletzt, immerhin Füllkrug könnte gegen die Eisernen wieder spielen. Nach dem Abschlusstraining „werden wir gemeinsam beschließen, ob es Sinn macht, ihn in den Kader zu nehmen“, erklärte Trainer Florian Kohfeldt über seinen mit vier Treffern besten Torschützen.

Doch nicht nur deshalb erwarten die Eisernen einen heißen Kampf im Norden. Urs Fischer rechnet mit einer „sehr kompakten, sehr aggressiven Mannschaft“, die ihr Glück selten über lange Bälle versuche, wie der Schweizer analysierte.

Dabei hätte einer wie Max Kruse, so gut es auch ohne ihn funktioniert hat, definitiv geholfen. Und ohnehin ist es schade, dass Kruse nicht gegen seinen alten Klub mitwirken kann. Das sah auch der 30-Jährige so, holte auf seinem Instagram-Kanal aber zu einer Neujahrsansprache aus, die vor allem das Positive der vergangenen Monate hervorheben sollte: „Natürlich Corona, eine wirkliche Scheiß-Situation, aber, ich glaube, es hatten viele Leute auch positive Sachen, privat, beruflich, was auch immer. Wir sind auf jeden Fall zufrieden, was wir in diesem Jahr geleistet haben. Ich glaube, als Unioner kann man darauf mit Stolz zurückblicken.“

Das wird so mancher Eiserner, ob Fan, Trainer oder Spieler, unterschreiben. Und wer seinen Gegner auch nach 13 bärenstarken Saisonspielen noch derart überraschen kann, hat in jedem Fall einiges richtig gemacht.