Rani Khedira – hier mit Christopher Trimmel – bedankt sich bei den Union-Fans für ihre Unterstützung von den Rängen.
Rani Khedira – hier mit Christopher Trimmel – bedankt sich bei den Union-Fans für ihre Unterstützung von den Rängen. Imago/Vitalii Kliuiev

Was ist wichtig für einen Fußballprofi? Dass er spielt, natürlich. Die Kohle muss auch stimmen. Und natürlich ist es wichtig zu wissen, was auf einen zukommt in den kommenden Monaten. Rani Khedira, Herrscher im defensiven Mittelfeld beim 1. FC Union, weiß noch nicht, was nach dem Sommer passiert, da sein Vertrag endet. Verhandlungen laufen. Und da könnte ein sogenannter weicher Faktor eine wichtige Rolle spielen – die Fans der Eisernen. Werden sie das Zünglein an der Waage beim Verbleib des 28-Jährigen?

Klingt im ersten Moment komisch. Aber es könnte bei Khedira, eine wichtige Rolle spielen, wie er jüngst im Interview mit dem Kicker verriet. Was er sich so hatte eigentlich nie vorstellen können, als er vor knapp eineinhalb Jahren aus Augsburg zum 1. FC Union kam. Fans? Ja, gibt es nun mal beim Fußball. Aber entscheidend war für ihn mehr die Situation auf dem Platz. 

Ironischerweise hat er dieses ganze Drumherum mehr als Folklore abgetan. Und musste sich dann eines Besseren belehren lassen. „Ich habe es eigentlich nicht gemocht, als ich damals die Interviews von den Spielern gesehen oder gelesen habe, in denen sie die Union-Fans immer wieder herausgehoben haben. Das macht gefühlt jeder. Aber wenn du hier reinkommst, merkst du, dass die Fans wirklich besonders sind. Wenn dein Name bei der Aufstellung vorgelesen und mit ‚Fußballgott‘ verziert wird, macht das etwas mit dir“, sagt der Deutsch-Tunesier.

Beim 1. FC Union ist Rani Khedira gesetzt

Zuletzt konnte er das Ganze natürlich wieder hautnah im spanischen Trainingslager in Campoamor erleben. Im Winter strömt der eiserne Anhang ja immer in Massen in die jeweiligen Vorbereitungsorte. Und ist dann wirklich auf Tuchfühlung mit den Profis.

Die Anhänger bringen Khedira ihre Wertschätzung entgegen, weil er mit seinem Malochertum Grundwerte verkörpert, die ihnen wichtig sind. Und er glaubhaft vermitteln kann, dass der von Profis immer so gern beschworene Respekt sich nicht nur in finanziellen Dimensionen ausdrückt!

Einen Verbleib an der Wuhle („Union ist mein erster Ansprechpartner“) kann sich Khedira also sehr gut vorstellen. Weil die Mannschaft und der Klub eine Einheit sind und ihm in den bisherigen Gesprächen mit dem Verein deutliche Wertschätzung signalisiert worden ist.

Khedira könnte der erste Nationalspieler des 1. FC Union seit Ralf Sträßer werden

„So viel Spaß hatte ich in meiner Karriere noch nicht“, gab der gebürtige Stuttgarter zu. Spaß, der noch nicht zu Ende sein soll. Weil Khedira von noch etwas mehr träumt und in Urs Fischer einen Trainer hat, der ihn dazu führen könnte. Weil der Schweizer halt ein Bessermacher ist. Auch wenn er Khedira mit seiner Akribie manchmal nervt.

Und Rani, der den finalen Test der Eisernen gegen MSK Zilina (3:1) wegen eines grippalen Infekts verpasst hatte, hat ja noch einen großen Traum. Im Vorfeld der WM war er ja ins Blickfeld von Bundestrainer Hansi Flick gerutscht, stand im erweiterten WM-Aufgebot. „Es gibt nichts Größeres, als für sein Land das Spielfeld zu betreten. Wenn es zum Debüt kommen sollte, wäre ich für Wochen, Monate und Jahre glücklich“, so Khedira.

Er wäre dann der erste Union-Spieler seit Ralf Sträßer 1986, der dann zu Auswahl-Ehren in einem deutschen A-Team kommen würde. 

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