Der Konkurrenzkampf wird mit Haken und Ösen geführt beim 1. FC  Union: Hier dankenswerterweise sinnbildlich vorgeführt von den Herren Julian Ryerson, Marcus Ingvartsen und Paul Jaeckel (v.l.). City-Press/Matthias Renner

Kommen und Gehen – ein großes Thema bei den Eisernen jeden Sommer, in dem traditionell mehr als ein Drittel der Belegschaft ausgetauscht wurde. Nach dem Abgang von Julius Kade sind es immerhin  noch rekordverdächtige 12 Neuzugänge aus aller Herren Länder. Also mehr als eine komplette Mannschaft! Da kann man schon schnell den Überblick verlieren. Mannschaftkapitän Christopher Trimmel hatte da auch seien liebe Müh und Not. „Sicher, die Gesichter kannte ich schon irgendwie, aber die Spitznamen?“, meinte der 34-Jährige. Nicht nur da heißt es: dazulernen.  

Trainer Urs Fischer hat nun das Vergnügen, aus diesem Haufen eine eingeschworene  Truppe zu machen, die alle Stürme der Bundesliga – und hoffentlich auch der Conference League – wettern kann. Für ihn eine ideale Aufgabe. Denn bei den Köpenickern kann man wirklich sagen: Alle Positionen sind doppelt besetzt. 

Fischer kann es nicht wie Max Merkel machen

Was also tun? Elf Freunde muss man sein? Dem legendären Max Merkel wird nachgesagt, dass er einmal im Training seine Alkoholiker gegen die Nichtalkoholiker hat kicken lassen. Die Abstinenzler verloren haushoch. „Sauft's weiter“, soll Merkel in seinem Wiener Schmäh daraufhin gesagt haben.

Alte gegen Neue

  • Die Alt-Eisernen: Luthe – Trimmel, Friedrich, Knoche, Gießelmann – Andrich, Prömel – Becker, Endo - Kruse, Ingvartsen
  • Die Frischlinge:  Rönnow – Jaeckel, Baumgartl, van Drongelen – Wszolek, Khedira, Pucacz, – Ösztunali, Haraguchi – Voglsammer, Awoniyi

Nun sind die Zeiten heute anders. Viel athletischer und dynamischer. Raubbau am eigene Körper ist da wenig förderlich. Fischer kann also auf diese Methode eher nicht zugrückgreifen. Wohl aber könnte er in jedem Trainingsspielchen derzeit Alteingesessene gegen Neuankömmlinge spielen lassen und nicht in gemischten Teams wie beim geplatzten Test gegen Dukla Prag. Denn da hat er zwei komplette Elferteams zusammen.

Selbst wenn man darüber streiten könnte, ob Tawio Awoniyi nicht zur alten Garde gehört, würde das das Team Neuzugänge kaum schwächen. Denn die hätten da ja noch Kevin Behrens als weiteren Angreifer in der Hinterhand.

Urs Fischer erfreut der Konkurrenzkampf

Schwer zu sagen, wer da die Oberhand behalten würde in diesem Vergleich. Da begegnet man sich wohl auf Augenhöhe.

Was Fischer wiederum nur recht sein kann. Denn der Kader ist dadurch nicht nur in der Breite gewachsen, sondern hat auch an Qualität zugelegt. Konkurrenz belebt das Geschäft. Und ob alt oder jung, wichtig ist nur, was Erfolg bringt.