Dieses Bild wollen wir am Sonntag in der Alten Försterei sehen: Marius Bülter, Robert Andrich und Grischa Prömel im Siegesjubel vereint.  Foto: Matthias Renner City Press

Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns nun endlich Taten sehen! Abstiegskrimi in der Alten Försterei. Am Sonntag um 15.30 Uhr. Der 1.FC Union empfängt Schalke 04. Und völlig egal, wie die Eisernen bislang nach dem Re-Start durch die Liga taumelten, die Königsblauen sind noch schlechter drauf. Also, Jungs, wenn nicht jetzt, wann dann?

Vergesst einfach, dass ihr seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen habt. Die Königsmauen warten noch länger auf ein Erfolgserlebnis. Elf Spiele lang jagten sie vergeblich einem Dreier nach.  Der letzte Sieg – ein 2:0 gegen Mönchengladbach - datiert vom 17. Januar zum Rückrundenstart. Die Gelsenkirchener sind also hochgradig verunsichert. Das muss man doch ausnutzen. Also, Jungs! Wenn nicht jetzt, wann dann?

Der Druck auf die Gäste ist wahrscheinlich noch höher als der, der auf dem Fischerteam liegt. Dem Team von Trainer David Wagner droht die Einstellung eines Negativvereinsrekordes. In der Spielzeit 1993/94 bleiben sie zwölfmal in Folge sieglos. Unruhe herrscht zudem durch den Abgang von Finanzvorstand Peter Peters. Das gilt es auszunutzen. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wir müssen eine gute Leistung abrufen, um nicht die Lust bei Schalke zu wecken, gut Fußball zu spielen.

Urs Fischer

Der größte Vorteil für Union? Sie wissen worum es geht. Abstiegskampf! „Wir haben nicht vergessen, wo wir herkommen. Das war uns vom ersten Augenblick an klar“, betonte Urs Fischer bei jeder passenden Gelegenheit. Schalke, nach dem 18. Spieltag noch punktgleich mit Erzrivalen Dortmund und klar auf Europacup-Kurs, ist auf so etwas kaum eingestellt. Union kann sie also ganz tief reinreißen! Wenn nicht jetzt, wann dann? 

Trainer Urs Fischer hat auch schon einen Plan, wie das gelingen soll. Dabei ist es für ihn unerheblich, dass Schalke auf dem Papier besser besetzt ist. In einem voraussichtlich ekligen Spiel – davon geht auf jeden Fall Marius Bülter aus – lautet das Erfolgsrezept des Schweizer Fußballlehrers schlicht so: „Wir müssen eine gute Leistung abrufen, um nicht die Lust bei Schalke zu wecken, gut Fußball zu spielen.“

Mit anderen Worten, die Eisernen dürfen sich nicht mehr drauf beschränken, mal eine gute Phase hinzulegen – wie nach Wiederanpfiff in Gladbach – oder eine passable Halbzeit – wie vor der Pause gegen Bayern –, sondern müssen endlich einmal 90 Minuten lang das aufs Tapet bringen, wozu sie fähig sind.

Ein Dreier brächte Luft im Abstiegsgetümmel

Union muss sich über kleinere Aktion versuchen, ins Spiel reinzubeißen. Unermüdlich. Von Beginn an. Sich gegenseitig pushen. Als Team agieren. „Alle Aktionen, die du gewinnst, können uns Selbstvertrauen geben und beim Gegner nicht aufkommen lassen“, so Fischer.

Ein Sieg würde den Eisernen enorm viel Luft im Abstiegsgetümmel verschaffen. Die Luft, die die Köpenicker benötigen, um in den kommenden Duellen gegen Paderborn, Köln und Düsseldorf nicht mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Das wollt ihr doch wirklich nicht erleben, oder? Also, Jungs. Wenn nicht jetzt, wann dann?