Hier jubelten die Herthaner vergeblich, das Tor zählte beim Pokalderby gegen Union nicht. In zwei Wochen wollen die Blau-Weißen die Schmach vergessen machen. imago/Contrast

Verkehrte Welt im Berliner Fußball! Die Einen, die eigentlich um den Klassenerhalt ringen, sind nach nur einem Sieg in diesem Jahr im Stimmungshoch und freuen sich einen Kullerkeks, dass sie die Saison doch noch retten können. Alles was es dafür bei Hertha braucht, ist der Nicht-Abstieg und natürlich ein Sieg im Derby.

Der 1. FC Union hingegen, der eigentlich bar jeder Sorgen ist, befindet auf dem absteigenden Ast und stimmungstechnisch in einem Loch nach nur vier Zählern aus den letzten sieben Spielen. Und wenn Hertha so weiter macht, können sich die Eisernen im Derby (Sonnabend, 9. April, 18.30 Uhr, Sky) warm anziehen …

Es ist schon ein wenig kurios. Union hat bislang alle Saisonziele erreicht, eigentlich sogar übertroffen. Der Klassenerhalt wird den Eisernen nicht mehr zu nehmen sein und im Pokal steht man im Halbfinale, kassierte bislang 3,9 Millionen Euro an Erfolgsprämien. Auch im Umfeld herrscht - anders als beim Rivalen aus dem Westend – wohltuende Ruhe.

Alles im Lot beim 1. FC Union, aber ...

Und doch beschwingt das derzeit die Köpenicker nicht wirklich. Der Abgang von Max Kruse wurde nur langsam verdaut. Der Verlust von Marvin Friedrich mühsam weggesteckt. Die Tatsache, dass mit Grischa Prömel im Sommer ein weiterer Leistungsträger Köpenick den Rücken kehrt, ist auch kein Stimmungsaufheller.

Doch nur vier Tore aus den letzten sieben Spielen sind ein Alarmzeichen. 13 Gegentreffer in diesen Kicks sind auch kein Muntermacher. Das sind im Schnitt 1,86 Gegentore pro Spiel. In den 20 Runden zuvor lag der Schnitt noch bei 1,25 Gegentreffern pro Partie. Und auch wenn Rang neun am Ende kein Beinbruch wäre, tummelten sich die Eisernen vor etwas mehr als sechs Wochen noch auf einem Champions-League-Platz. Mittlerweile weit, weit weg …

Magath als Mutmacher für Hertha BSC

Die Blau-Weißen hingegen sind durch ihr souveränes 3:0 gegen Hoffenheim von einem direkten Abstiegsplatz runter. Hertha, in den Wochen davor eine Schießbude, verfügt auf einmal wieder über etwas, was man Abwehr nennen darf, präsentierte sich vor allem als Einheit und nicht als eine Ansammlung von Einzelkämpfern.

Das Ergebnis: Die Null stand erstmals seit dem 15. Januar wieder (0:0 in Wolfsburg). Die Trumpfkarte Felix Magath, eigentlich die letzte Patrone von Sportchef Fredi Bobic, scheint zu ziehen.

Höchstwahrscheinlich werden die Köpenicker dennoch zum zweiten Mal in Folge die Liga vor dem Stadtrivalen abschließen. Die derzeitigen 12 Punkte Vorsprung sind ja eine Menge Holz. Aber mehr als ein Trostpflaster in der aktuellen Situation ist das eigentlich nicht …

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