Sebastian Bönig und Urs Fischer bearbeiten den schlechten Rasen. Foto: Matthias Koch

Immer wieder bückte sich Urs Fischer beim Morgentraining, ergriff einen großen Rasenflatschen, drückte ihn zurück in das Grün und trampelte ihn anschließend fest. Der Union-Trainer als Greenkeeper? 

Es zeigt, dass die Eisernen in Bad Wörishofen mit so einigen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die in normalen Zeiten sicherlich nicht so zu Tage getreten wären. Nicht umsonst beklagte sich der Chefcoach der Köpenicker bei seinem Trainerstab über den Zustand der Plätze auf der Anlage des FC Bad Wörishofen. Zu tief. Durch die nächtlichen Regenfälle zu weich. Auch über einen häufigeren Schnitt der Halme hätte sich keiner beklagt. 

Der Hamburger SV hatte das Trainingsgelände nach einer Besichtigung vor rund vier Wochen abgelehnt, sich dann nach einem anderen Domizil umgesehen. Am Dienstag wich Fischer mit seiner Truppe schon auf den Hauptplatz des FC Bad Wörishofen aus, der eigentlich für Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München geschont werden sollte. Manager Oliver Ruhnert suchte entsprechend nach dem Training das Gespräch mit dem Platzwart. 

Unions Trainer Urs Fischer in seinem neuen Job als Greenkeeper. Foto: Matthias Koch

Nicht der einzige widrige Umstand, mit dem Union zu kämpfen hat. In Zeiten von Corona ist es eben auch nicht so einfach, passende Testspielgegner zu finden. Und Testspielorte! Fischer, bekanntlich ein Freund kurzer Wege in der Vorbereitung, wird nicht übermäßig gejubelt haben darüber, wo die beiden Tests während des Trainingslagers steigen.

Am Freitag geht es um 17 Uhr gegen die WSG Swarovski Tirol. Der Kick gegen das Schlusslicht der österreichischen Bundesliga, das nur durch den Rückzug des SV Mattersberg vor dem Abstieg bewahrt wird, steigt im 149 km entfernten Feldkirch in der Alpenrepublik. 

Am Tag darauf sind es nur 124 km bis nach Friedrichshafen. Am Bodensee messen sich die Köpenicker um 17.30 Uhr mit Liga-Konkurrent 1. FC Köln. Dennoch werden die Köpenicker an beiden Tagen mehr Stunden im Bus verbringen müssen als auf dem Platz. Nicht schön. Aber wohl nicht zu ändern.