Rafal Gikiewicz ist in Augsburg trotz seiner 34 Lenze unumstritten. AFP/Ina Fassbender

Er ist wieder da. Corona-Infektion überstanden. Und freigetestet. Also kann sich der 1. FC Union am Sonnabend in Augsburg (15.30 Uhr, Sky) auf ein Wiedersehen mit Rafal Gikiewicz freuen. Der Ex-Torhüter der Eisernen hatte Glück im Unglück, dass seine Covid-19-Infektion in die Länderspielpause gefallen ist, er nur den Test der Fuggerstädter gegen Regensburg (3:3) verpasst hat.

Bei den Eisernen weiß man, was auf einen zukommt. Und was Augsburgs Keeper so drauf hat. „Raffa? Der freut sich auf das Spiel. Er wird geladen sein, er wird alles tun, um dieses Spiel zu gewinnen“, war sich Unions Trainer Urs Fischer sicher, dass der polnische Schlussmann des FCA keine Extramotivation braucht, um heiß in das Spiel zu gehen.

Das Tohuwabohu, das im Sommer 2020 die Schlagzeilen bestimmte, als die Eiserne quasi einen Torwarttausch vornahmen und Andreas Luthe aus Augsburg holten, ist vor dem 21. Spieltag der Bundesliga natürlich verstummt. Und nachtragend ist keine der beiden Seiten. „Das waren zwei geile Saisons und diese Zeit werde ich nie in meinem Leben vergessen“, sagte Gikiewicz vor dem 0:0 in der Hinrunde.

Gikiewiczs Ehrgeiz für Kollegen anstrengend

Der Torwart, dessen Ehrgeiz so groß ist, dass es für die Mitspieler durchaus mal anstrengend werden kann, wird mit gewohnter Lautstärke seine Vorderleute dirigieren. Union-Spieler können ein Lied davon singen, wenn Raffa nach gegnerischen Chancen schon mal die Kollegen mit weit aufgerissenen Augen laut anbrüllte. So etwas nimmt der sonst so als Frohnatur daherkommende 34-Jährige stets persönlich.

Ob er auf seinem berühmten Zettel mit den persönlichen Zielen, die er vor Saisonbeginn immer an die Tür seines Kühlschranks heftet, am Sonnabend wieder einen Haken machen kann? In der Vorsaison gelang ihm das. Der FCA war das einzige Team der Liga, das die Köpenicker zweimal bezwingen konnte! Worauf selbst Akteure wie Jakob Busk oder Torwarttrainer Michael Gspurning, die ja nicht auf dem Feld stehen werden, keine große Lust haben. Mit diesen beiden ist der Pole immer noch in regelmäßigem Austausch. Auch wenn vielleicht nicht mehr in der Intensität wie früher.

Augsburg ist mehr als Gikiewicz

Natürlich ist der FCA nicht nur Gikiewicz allein. Fischer weiß, dass die Fuggerstädter eine echte Aufgabe werden und man sie nicht nur anhand des Tabellenplatzes bewerten darf. „Ich empfinde Augsburg als eine aktive Mannschaft, die über 90 Minuten immer versucht, anzulaufen und den Gegner zu stressen. Ihr Spiel hinter die Kette und über den zweiten Ball mit der zweiten Welle ist gefährlich. Sie kommen auch immer wieder über die Seite und suchen das Eins-gegen-Eins. Ich erwarte ein echt schweres Spiel“, so der Schweizer Fußballlehrer.

In Augsburg konnte Union bei jeweils zwei Anläufen in Liga eins und zwei noch nie gewinnen. Überhaupt ist die Gesamtbilanz mit nur einem Sieg und drei Niederlagen in neun Begegnungen negativ und damit korrekturbedürftig. Im Oberhaus gab es im Aufstiegsjahr 2019/20 ein 1:1 und in der Spielzeit darauf eine 1:2-Niederlage, bei der der Ex-Unioner Gikiewicz einen Strafstoß des heutigen Mainzers Marcus Ingvartsen entschärfte. Übrigens die einzige Heimniederlage der Köpenicker in der Spielzeit, deren Festung Alte Försterei dann sogar saisonübergreifend erst nach 22 ungeschlagenen Heimspielen Ende Oktober von den Bayern  (2:5) geschleift wurde.

Union spielt zwar auswärts, aber das Ziel bleibt trotzdem gleich. Drei Punkte sollen her. Und dafür weiß Fischer, dass seine Jungs vor allem bei Standardsituationen hellwach sein müssen. „Fünf ihrer letzten acht Tore fielen so. Wir müssen versuchen, Standards  zu vermeiden“, so Fischer. Bis in die Schlusssekunden!  Nicht, dass Gikiewicz – wie zu Unions Zweitligazeiten – am Ende gar im 16er der Eisernen auftaucht und per Kopf die Kugel reinschädelt, wie einst beim 1:1 gegen Heidenheim im Oktober 2018.

Lesen Sie hier mehr über die Eisernen>>