Ein seltener Anblick in den Vorjahren: Niko Gießelmann und Christopher Lenz stehen gemeinsam auf dem Feld. imago/Matthias Koch

Diese Namen fielen zuletzt immer wieder bei Union, als sich im Februar und März eine Durststrecke bei den Köpenickern bemerkbar machte: Marvin Friedrich und Max Kruse. Gelegentlich ergänzt um den Hinweis, dass Robert Andrich ja auch erst nach Saisonbeginn aus der Achse der Eisernen rausgebrochen worden war. Eigentlich hätte dieses Terzett um einen vierten Namen ergänzt werden können. Christopher Lenz, dessen Frankfurter Eintracht sich am Sonntag im Stadion an der Alten Försterei (17.30 Uhr, DAZN) die Ehre gibt.

Auch Lenz war in der Vorsaison ja unumstrittener Stammspieler bei den Eisernen und wechselte zum Entsetzen von Schatzmeister Oskar Kosche und Boss Dirk Zingler ablösefrei von der Spree an den Main.

Faktor Gießelmann macht Lenz vergessen

Dass der Linksverteidiger sich dort bislang nicht entscheidend in Szene setzen konnte, lag an immer wieder auftretenden Wehwehchen und Blessuren. Ganze zwölf Ligaspiele sind für den 27-Jährigen notiert. Dazu kam jeweils eine Partie im DFB-Pokal und im Europacup. Frei nach dem beliebten, von Walter Jurmann komponierten 20er-Jahre-Foxtrott, heißt es derzeit am Main also eher nicht: Hurra, hurra, der Lenz ist da!

In Frankfurt also noch kein Faktor und in Berlin nicht wirklich vermisst. Dass dieser eigentlich zu vermutende Substanzverlust in Unions Reihen dennoch ein wenig unter dem Radar läuft, hat zwei Gründe. Zum einen stand sein Abgang so früh in der Vorsaison fest, dass sich alles im Umfeld daran gewöhnt hatte.

Andererseits wäre da noch der Faktor Niko Gießelmann zu nennen. Der spielte in der Vorsaison hinter Lenz eigentlich nur die zweite Geige. Und auch für diese Spielzeit hatte ihn zunächst keiner auf dem Schirm. Alles fokussierte sich auf den längst an Trabzonspor verliehenen Tymoteusz Puchacz.

Doch Gießelmann startete unerwartet durch, hängte den polnischen Nationalspieler ab und machte Lenz – auch wegen seiner drei Tore und sieben Vorlagen – vergessen. Er machte sich halt, sorry, kleines Wortspiel,  keinen Lenz.

Nun brennt Gießelmann darauf, die Punkte aus dem 4:1-Derby-Erfolg gegen Hertha gegen die Hessen zu vergolden. „Wir haben unsere Ziele erreicht, die wir uns vorgenommen haben. Deshalb haben wir für uns intern ein neues Ziel formuliert. Natürlich ist das ambitioniert. Aber wir wollen ja nicht nur um die goldene Ananas spielen“, so der 30-Jährige, dessen Vertrag sich jüngst um ein Jahr bis 2023 verlängert hatte. Denn jeder sieht, es kann gegen Frankfurt um mehr gehen, als nur Platz sieben vor den Hessen zu sichern.

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