Unions Nummer 1, Andreas Luthe (l.), im Gespräch mit Lennart Moser. Der Youngster ist jetzt die Nummer zwei bei den Eisernen. Und damit stiegt die Wahrscheinlichkeit, dass er doch nicht mehr wechselt. Foto: Moritz Eden/City-Press

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Noch im Sommer sah es stark danach aus, dass Lennart Moser nach seiner Leihodyssee zu Cottbus und Brügge die Eisernen schnell wieder verlässt. Andreas Luthe war gesetzt im Kasten der Köpenicker. Jakob Busk galt als Nummer zwei dahinter. Doch sowohl im Pokal als auch der Liga nominierte Trainer Urs Fischer den 20-Jährigen für den Kader, nicht den Dänen.

Ein etwas unerwarteter Rollentausch. „Wenn Lennart zweimal auf der Bank saß, deutet vieles daraufhin, dass er die Nummer zwei ist“, gab Fischer für seine Verhältnisse eine ziemlich deutliche Aussage.

Vorbei scheint damit auch der noch im Trainingslager im Raum stehende neuerliche Wechsel. Auch wenn das Thema dieser Tage von anderen Medien noch mal angeheizt wurde. „Es gibt da keinen neuen Stand“, sagte Manager Oliver Ruhnert dem KURIER. Auch Mosers Berater René Deffke verwundert die Meldung zu diesem Zeitpunkt, dass Bernd Storck weiterhin Moser in die Slowakei zu Dunajska Streda holen will. „Das ist doch alt“, so Deffke.

Zumal Storck seinen Bossen wohl schlecht vermitteln kann, dass er als souveräner Tabellenführer mit deutlichem Vorsprung auf einmal dringend eine neue Nummer eins braucht, wo sein Stammkeeper Martin Jedlicka trotz seiner auch erst 22 Lenze keine schlechte Figur macht.  

Moser wäre hier wie dort nicht gesetzt. Aber als Nummer zwei habe sich natürlich etwas geändert für den 1,96 m großen Schlussmann. Im Fußball kann es ja mal schnell gehen. Eine Verletzung hier oder eine Rote Karte – beispielsweise nach einer Notbremse –, und schon wäre Moser seinem Ziel („Ich will spielen“) auf einmal näher. Und das sogar in der Bundesliga. Will man sich so eine Chance entgehen lassen?

Eigentlich gibt es nur zwei Szenarien, die einen Wechsel bis zum 5. Oktober noch denkbar erscheinen lassen für Moser. Falls die Eisernen doch noch einen neuen Keeper verpflichten, der Andreas Luthe mindestens das Wasser reichen kann, müsste neu nachgedacht werden. Oder aber, wenn Jedlicka die Südslowaken noch verlässt, weil sein Berater einen lukrativen Klub für ihn findet. Dann wäre Storcks Interesse an Moser nachvollziehbar. Doch ob Union dann so kurzfristig Ersatz bekommt, ist auch wieder ein Faktor, der berücksichtigt werden müsste.