Andreas Luthe kann als einer der Gewinner des Abends bezeichnet werden bei den Eisernen.  Foto: Matthias Koch/City-Press

Der Gewinner des Abends nach diesem 1:1 der Eisernen heißt -Trommelwirbel, Tusch - Urs Fischer. Gut, manch einer könnte meinen, dass Andy Luthe der Gewinner gewesen war, weil er überraschenderweise den Vorzug vor Loris Karius bekommen hatte. Aber Unions Trainer hatte ja in Gelsenkirchen noch erklärt, dass die Entscheidung nicht in Stein gemeißelt ist und es an Karius läge, im Training zu zeigen, dass er in den Kasten gehört. 

Der Nächste könnte einwenden, dass es bei einem Remis doch keinen Sieger gegeben haben kann. Und irrt. Denn Fischer bleibt so die Fragen von hyperventilierenden Reportern erspart, die Union womöglich auf Kurs Europa gewittert hätten, wenn sie bei den Knappen gewonnen hätten. Tatsächlich wären die Köpenicker im Erfolgsfalle ja auf Rang sechs gesprungen. Der berechtigt am Ende der Spielzeit zur Teilnahme an den Play-Offs zur Europa-Conference-League. Das ist die neue Europa-League-Light, mit der die feinen Herren aus der Schweiz die Fußballfans ab 2021 zu belästigen gedenken. Diese Fragen muss sich Fischer also jetzt nicht anhören. 

Doch bleiben wir einfach mal realistisch. Ja, ein Dreier wäre drin gewesen. Aber selbst die beiden Zähler mehr, die Union dann auf der Habenseite hätte verbuchen können, würde ja an der Gesamtgemengelage nichts wirklich ändern. Außer vielleicht, dass Union mehr Ruhe haben würde.

Der Weg zum Klassenerhalt ist noch lang. Doch Union ist mit Sicherheit auf Kurs. Das hat der zweite Auswärtszähler der Saison gezeigt. Womit Union sogar besser als der FC Bayern ist derzeit. Denn die Eisernen sind in dieser Spielzeit bislang auswärts ungeschlagen. Dass kann der Rekordmeister nicht von sich behaupten. Und sollte es bis zum Ende der Spielzeit - da sind noch 15 Gastspiele - dabei bleiben, kann man getrost davon ausgehen, dass der Klassenerhalt geschafft ist.